Direkt zum Inhaltsbereich

Gesetzentwurf

Legal Highs stehen vor totalem Verbot

Die Regierung will die Verbreitung von legalen Designerdrogen eindämmen. Ein Gesetzentwurf droht mit drastischen Strafen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Sie sind als "Kräuterkissen" oder "Badesalz" im Handel. Der Verbreitung von Neuen psychoaktiven Stoffen (NpS) stehen die Staatsanwaltschaften bislang machtlos gegenüber.

Immer wieder schlüpfen ihnen die Verkäufer dieser Rauschmittel durch die Maschen. Kaum wird eine dieser Drogen als illegales Betäubungsmittel eingestuft, ändern die überwiegend in Asien angesiedelten Hersteller die Rezeptur. Jetzt versucht das Gesundheitsministerium gegen die Legal Highs vorzugehen.

Alle Formen der Herstellung, des Verpackens, des Imports und des Verkaufs in Deutschland sollen mit Freiheits- und Geldstrafen belegt werden. Das Gesetz soll vor allem Minderjährige schützen.

So soll der Verkauf von NpS an Jugendliche unter 18 Jahren mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Der Entwurf liegt der "Ärzte Zeitung" vor.

Entwurf muss mit Ländern abgestimmt werden

In den vergangenen drei Jahren seien Rekordzahlen von 73, 83 und 2014 sogar 101 neuen Stoffen gezählt worden, die erstmals in der Europäischen Union aufgetaucht seien, heißt es in der Begründung zum Gesetzentwurf. Die nicht vorhersehbaren Wirkungen stellten eine Gefahr für die Bevölkerung dar.

Die Symptome reichten von Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen und Orientierungsverlust bis zum Kreislaufversagen und Tod.

Der Entwurf müsse jetzt mit den anderen Ministerien und den Ländern abgestimmt werden, hieß es dazu am Freitag aus dem Büro der Drogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU).

Der "momentan explodierende Legal-High-Markt ist direkte Folge der bestehenden betäubungsmittelrechtlichen Sanktionen", sagte der Drogenexperte der Linken, Frank Tempel.

Wäre Cannabis in kontrollierter Qualität erhältlich, würden wohl nur wenige Menschen auf die Idee kommen, sich für den erwünschten Rausch unbekannten Gesundheitsgefahren auszusetzen.

Eine Abordnung des Gesundheitsausschusses hat gerade Uruguay und Argentinien besucht, um sich ein Bild von der dort erfolgten beziehungsweise öffentlich stark diskutierten Entkriminalisierung von Anbau und Besitz von Cannabis zu machen. (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Von Infektionen bis Dermatozoenwahn

Dermatologische Komplikationen von „Chemsex“

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests