Direkt zum Inhaltsbereich

Gesundheitsministerkonferenz

Beim Thema Zucker endet der Konsens

Die Gesundheitsminister der Länder wollen mehr junge Erwachsene zur Masernimpfung bewegen – und bitten den Bund um Hilfe. Uneins war sich die Konferenz in der Frage, wie der Zuckerkonsum reduziert werden soll.

Sven EichstädtVon Sven Eichstädt Veröffentlicht:
Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig: Die Bundesländer fordern vom Bund Hilfe für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig: Die Bundesländer fordern vom Bund Hilfe für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

© Jan Woitas / dpa-Zentralbild

LEIPZIG. Die Gesundheitsminister der Länder wollen die Impfquoten gegen Masern vor allem bei jungen Erwachsenen steigern. Die Gesundheitsministerkonferenz forderte am Donnerstag in Leipzig die Bundesregierung auf, sich an den Kosten für die Gesundheitsämter zu beteiligen.

„Wir haben das Problem, dass wir vor allem bei jungen Erwachsenen eine zu niedrige Impfquote feststellen müssen“, sagte Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), Gesundheitssenatorin in Hamburg.

Die Impfquote betrage in dieser Gruppe nur 40 Prozent. „Wir setzen uns für Aufklärungsmaßnahmen und niedrigschwellige Impfangebote ein“, so Prüfer-Storcks.

Streitpunkt Zuckerkonsum

Nachbesserungen verlangten die Gesundheitsminister bei der Gestaltung der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Hier verlangen die Minister und Senatoren vom Bund einfachere Verfahren, sinnvolle Vergütungen und regionale Experimentiermöglichkeiten.

„Der Referentenentwurf des Bundes von Mai ist ein wichtiger Schritt, aber wir wollen, dass die Länder stärker einbezogen werden und regionale Lösungen möglich sind“, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU).

Ein heftiger Streitpunkt bei der Konferenz war die Frage, wie der Zuckerkonsum reduziert werden kann. Prüfer-Storcks verlangte, dass Zucker in Babynahrung verboten werden solle und für Fertiglebensmittel und Getränke verbindliche Reduktionsziele für Zucker festgelegt werden müssten.

„Die höhere Besteuerung von Tabak und Alcopops hat gezeigt, dass damit der Konsum schnell und deutlich gesenkt werden konnte“, erinnerte sie. „Deshalb spreche ich mich für die Einführung einer Zuckersteuer aus.“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) widersprach. Sein Land erwäge diesen Schritt nicht. „Es wird auf der Seite der CDU-geführten Gesundheitsministerien so sein, dass wir nicht über neue Steuern nachdenken und keine Bevormundungspolitik machen wollen.“

Konzept für Schulgeldfreiheit gefordert

Die GMK einigte sich auf die Formel, dass sie auf Initiative Hamburgs eine gemeinsame Strategie zur Reduktion des Zuckerkonsums erarbeiten wolle, ohne aber festzulegen, bis wann dies geschehen solle.

In einem weiteren Beschluss wird der Bund gedrängt, bis Jahresende ein Konzept für die Schulgeldfreiheit in allen nichtakademischen Gesundheitsfachberufen vorzulegen, wobei bei der Finanzierung auch die Krankenkassen einbezogen werden sollen.

Laumann bezifferte die Kosten auf bundesweit rund 80 Millionen Euro pro Jahr. Die Krankenkassen sollten deshalb zur Finanzierung mit herangezogen werden, weil sie schon jetzt die Kosten für das Schulgeld an Einrichtungen zahlten, die zu Kliniken gehörten, erläuterte Prüfer-Storcks.

Manche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg finanzieren das Schulgeld aus Landesmitteln, wollen aber wie auch die anderen Bundesländer erreichen, dass dies Bund und Krankenkassen übernehmen.

Tempo bei Masterplan Medizinstudium 2020

Weiterhin verlangen die Minister Tempo bei der Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020. „Vereinbarte Maßnahmen und Ziele des Masterplans sollten nicht erneut zur Diskussion stehen.“

Für Modellstudiengänge solle es eine großzügige Übergangsregelung in der neuen Approbationsordnung geben. Sie kritisieren, dass die vorgesehene zentrale Rolle der Hochschulambulanzen nicht dem Ziel des Masterplans gerecht werde, Allgemeinmedizin in der Ausbildung stärker einzubeziehen.

Lesen Sie dazu auch: Gesundheitsministerkonferenz: Kein Bonus für Digital-Junkies

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

© Steffen Kögler / stock.adobe.com

Reizdarmsyndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Praxisinventar

So lassen sich Praxen ihre Therapieliege fördern

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?