Ärzte Zeitung, 17.06.2016

KBV

DMP Rheuma dauert mindestens bis 2020

Die KBV sieht mit Bedauern, dass die Beratung des DMP Rheumas sich in die Länge zieht. Die Koalition hat andere Prioritäten gesetzt.

Von Florian Staeck

BERLIN. Ein Disease-Management-Programm Rheuma wird noch auf sich warten lassen. "Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass ein DMP Rheuma vor 2020 komplett ausgearbeitet und im Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen an den Start gehen wird", sagte KBV-Sprecher Dr. Roland Stahl der "Ärzte Zeitung".

Die KBV hätte ein Behandlungsprogramm für Rheuma-Patienten gerne "ganz weit oben auf der Prioritätenliste" des GBA gesehen. Dort aber sei das Thema mittlerweile "nach hinten gerückt", bedauerte Stahl.

Urheber dieser Entwicklung ist der Gesetzgeber, erläutert Dr. Regina Klakow-Franck, Vorsitzende des Unterausschusses DMP im Bundesausschuss. "Bevor wir mit einem DMP Rheuma beginnen können, wird der GBA zunächst die gesetzlich vorgegebenen strukturierten Behandlungsprogramme Rückenleiden und Depressionen beschließen - diese haben Priorität", sagte Klakow-Franck der "Ärzte Zeitung". Im Versorgungsstärkungsgesetz hat die Koalition 2015 diese DMP der Selbstverwaltung vorgegeben. Bis Ende kommenden Jahres muss der Bundesausschuss DMPs zu diesen beiden Krankheitsbildern beschließen.

Der GBA hatte ursprünglich andere Pläne: Anfang 2014 startete er eine Abfrage bei Fachgesellschaften und erhielt 31 Vorschläge für künftige Behandlungsprogramme. Im August desselben Jahres beschloss der Bundesausschuss, Beratungen zu den Krankheitsbildern Rheumatoide Arthritis, chronische Herzinsuffizienz, Osteoporose und Rückenschmerz aufzunehmen. Nun haben zunächst die gesetzlich verbrieften DMP Vorrang. Entsprechend musste der Beginn der Beratungen zu den Themen Rheuma und Osteoporose verschoben werden.

Aus Sicht von KBV-Sprecher Stahl ist das "schade", da für Rheuma-Patienten eine engmaschige Betreuung wichtig ist: "Zudem spielen die Medikamenteneinstellung und die Stärkung des Selbstmanagements bei Rheuma eine große Rolle, die in einem DMP gut abzubilden ist."

GBA-Mitglied Klakow-Franck erinnert daran, dass nach dem Beschluss eines DMP Rheuma zusätzlich Verträge zwischen Leistungserbringern und Kassen geschlossen werden müssen, damit die Behandlungsoptionen bei den Patienten ankommen. Ob das bis 2020 gelingt, liege "nicht zuletzt in den Händen der Vertragspartner".

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