Ärzte Zeitung, 18.07.2012

Kommentar

Hausarzt-Konzepte verdienen Chance

Von Ilse Schlingensiepen

Hausarztverträge sind kein Mittel, um Hausärzten zusätzliche Vergütung zu verschaffen - sie taugen nur etwas, wenn sie wirklich die Versorgung der Patienten verbessern.

Vor allem mit dieser Begründung haben viele Kassen lange Zeit Vereinbarungen mit dem Hausärzteverband verweigert.

Das Argument sticht. Wenn die Patienten nichts davon haben, lohnen die Verträge das Papier nicht, auf dem sie stehen.

Aber auch umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wenn die Hausärzte Konzepte für eine strukturierte Versorgung durch Haus- und Fachärzte entwickeln, dann müssen sie die Chance erhalten, sie umzusetzen.

In Nordrhein-Westfalen will der Deutsche Hausarztverband mit mehreren Modulen den Hausarztvertrag mit Leben füllen. Bislang beißt er bei den Kostenträgern aber auf Granit.

Der für einen Großteil der Kassen bindende Schiedsspruch liegt seit Ende 2011 vor. Doch erst jetzt können die Ärzte beginnen, Versicherte einzuschreiben, und das noch nicht einmal bei allen Kassen - drei Jahre nach dem gesetzlich vorgegebenen Stichtag zum Abschluss von Verträgen.

Nicht nur die Hausärzte, sondern auch die Kassen müssen den Beweis liefern, dass es ihnen ernst ist mit einer Verbesserung der ambulanten Versorgung.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Lahme Kassen verärgern NRW-Hausärzte

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »