Ärzte Zeitung, 05.11.2012

Weigeldt appelliert

Hausarztverträge bitte nutzen!

BAD ORB (ras). Der Hausärzteverband hat all seine Mitglieder aufgefordert, die vom Verband ausgehandelten Hausarztverträge mit den Kassen auch tatsächlich zu nutzen. Das Potenzial sei längst noch nicht ausgeschöpft, hieß es bei der practica 2012 in Bad Orb.

Zwar könne sich die Bilanz angesichts von 37 Vollversorgungsverträgen mit 15.000 eingeschriebenen Ärzten und 2,7 Millionen versorgten Patienten durchaus sehen lassen, bekräftigte Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt.

Dennoch sei es sehr schwer, alle Allgemeinärzte von den Vorteilen der Hausarztverträge zu überzeugen, da von verschiedenen Seiten Ängste geschürt würden.

Hauptgeschäftsführer Eberhard Mehl kritisierte die Debatte über den Datenschutz, bei der immer wieder suggeriert werde, dass die Daten aus den Arztpraxen ungeschützt bei den Kassen landen.

Dies habe die Entwicklung der Hausarztverträge weit zurückgeworfen und dazu beigetragen, die "außergewöhnlich guten Ergebnisse" des evaluierten Hausarztvertrages in Baden-Württemberg zu konterkarieren.

Auch den "Protagonisten in der kompletten KV-Welt" sind die Verträge laut Mehl im Lauf der Jahre um so mehr ein Dorn im Auge gewesen, je intensiver sie von den beteiligten Hausärzten "gelebt" werden.

Doch auch die Krankenkassen hätten immer wieder versucht, mit großer Polemik und unter Missachtung der gesetzlichen Anforderungen die Hausarztverträge zu unterlaufen. Zwar habe es die AOK Baden-Württemberg geschafft, eine Menge "Bewegung und Wirbel" in die Kassenlandschaft hineinzutragen.

Diese Steilvorlage hätten aber viele andere AOKen nicht genutzt, um "nicht aus der kuscheligen Atmosphäre der Gesamtvergütung herauszukommen", kritisierte Mehl im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Der größte Vorzug der Selektivverträge sei es, die Versorgung der Patienten "auf Augenhöhe zu organisieren", ist Mehl überzeugt. So könnten die Kassen ihre Rolle als reine "Wirtschaftsprüfer" für ärztliches Handeln ablegen.

Topics
Schlagworte
Hausarztverträge (269)
Organisationen
AOK (6904)
Personen
Eberhard Mehl (154)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Diabetes-Risiken sind alarmierend häufig

Mehr als 21.000 Passanten in Einkaufszentren haben in den vergangenen zehn Jahren bei der Aktion "Gesünder unter 7" ihr Diabetes-Risiko abklären lassen. Die Ergebnisse sind dramatisch. mehr »

"Man schafft viel"

Anja Junker ist "Ärztin ohne Grenzen": Vier Einsätze in Afrika und Südamerika hat die 43-Jährige für die Organisation absolviert. Manche brachten sie an die Grenze der Erschöpfung. mehr »

Lösung für Hygienemuffel

Ärzte in Kliniken sind anscheinend oft größere Hygienemuffel als ihre Patienten. Denn sie desinfizieren sich seltener die Hände – gerade in sensiblen Bereichen. mehr »