Ärzte Zeitung, 04.02.2009

Eine helfende Hand, wenn sich das Leben dem Ende zuneigt

In Frankfurt am Main werden Ehrenamtliche von der Caritas qualifiziert, um unheilbar Kranke zu Hause zu pflegen

FRANKFURT/MAIN (Smi). Mit der Pflege und Betreuung sterbenskranker Menschen sind die Angehörigen häufig überfordert. Obwohl sich die meisten Patienten wünschen, ihre letzten Tage im Leben zu Hause zu verbringen, führen Unsicherheit und Hilflosigkeit oft dazu, dass sie am Ende doch im Krankenhaus landen.

In Frankfurt am Main geht man mit der Ausbildung einer ehrenamtlichen Hospizgruppe jetzt einen neuen Weg.

Derzeit bereiten sich zwölf ehrenamtliche Mitarbeiter in einem vom Caritasverband Frankfurt und den Städtischen Kliniken Höchst initiierten Projekt darauf vor, schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten - in der Klinik und daheim.

Es geht um Lebensqualität bis zur letzten Stunde.

Schon vor der Entlassung eines sterbenskranken Patienten nach Hause stellt die Klinik den Kontakt zum ehrenamtlichen Helfer her. Der Schwerstkranke wird dann nicht nur vom ambulanten Pflegedienst nahtlos weiter betreut, sondern auch von diesem Helfer. Er unterstützt die Angehörigen bei der Pflege und versucht jene Fragen zu beantworten, die sich am Ende eines Lebens oft stellen.

Die pflegenden Angehörigen haben zusätzliche Handlungsoptionen. Sie können eine kostenlose Telefonberatung der Caritas nutzen und nach dem Tod des Patienten auch an einem Gesprächskreis teilnehmen, der speziell für Trauernde eingerichtet worden ist.

Unter den zwölf Helfern, die sich während einer 60-stündigen Schulung auf ihre künftigen Aufgaben vorbereiten, sind auch drei Muslime, die speziell auf die Bedürfnisse islamischer Patienten eingehen sollen. Die Ausbildung soll im Mai abgeschlossen sein.

"Mit dieser Kooperation schließen wir eine Lücke in der Betreuung Schwerstkranker", erläutert Ralph Freiherr von Follenius, geschäftsführender Verwaltungsdirektor der Städtischen Kliniken Frankfurt am Main-Höchst.

"Lebensqualität bis zuletzt, das ist das Ziel", ergänzt Pflegedienstleiterin Jutta Doberstein, die die Projektgruppe leitet. Dazu gehörten nicht nur die größtmögliche Selbstbestimmung, sondern auch die Einbeziehung von Familie und Freunden in den Pflegeprozess.

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