Ärzte Zeitung, 07.07.2009

Kommentar

Lehren aus der Provinz

Von Christoph Fuhr

Nein, diese Region ist gewiss alles andere als der Nabel Deutschlands. Der Landkreis Gifhorn in Niedersachsen bietet ländliche Idylle, kleine, schmucke Dörfer, die vor der Wende im Zonengrenzgebiet lagen und deren Dornröschenschlaf auch heute, 20 Jahre nach der Fall der Mauer, noch nicht beendet scheint.

Ausgerechnet in dieser abgeschiedenen Region ist ein Konzept für die Versorgung sterbenskranker Menschen entwickelt worden, das bundesweit Standards setzt. Ambulante und stationäre Leistungserbringer, Ehrenamtliche und Kassenvertreter - sie alle haben nicht an eigene Pfründe gedacht, sondern ihr Modell einem einzigen Kerngedanken untergeordnet: Menschen wollen zu Hause sterben - auch, und gerade, wenn sie auf dem Land leben. Erste Ergebnisse zeigen: Dieses Betreungskonzept funktioniert beeindruckend gut!

Bedenkenträger und Zauderer - und die gibt es im deutschen Gesundheitswesen bekanntlich zuhauf - werden bei genauer Analyse garantiert das eine oder andere Haar in der Suppe des Gifhorner Modells finden. Am Gesamteindruck wird das nichts ändern können: Schnelle und positive Veränderungen im Versorgungsalltag sind möglich. Das gilt für Gifhorn - und für den Rest der Republik.

Lesen Sie dazu auch:
Palliativversorgung in Gifhorn - Vorbild für Niedersachsen?

Nur für Fachkreise: Lesen Sie auch den Hintergrund:
Behütetes Sterben zu Hause - das ist auch auf dem Land möglich

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