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Anforderungen für Palliativ-Care-Teams sind hoch

Ein landesweiter SAPV-Vertrag mit allen Kassen liegt in Baden-Württemberg vor. Jetzt startet der Aufbau der regionalen Palliative-Care-Teams.

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STUTTGART (fst). Geht es nach der Allgemeinärztin Dr. Stephanie Rapp, Vorsitzende des Vereins "Ambulante Palliativversorgung Ulm", können ab dem Sommer schwerstkranke Patienten in der Region Ulm durch ein multiprofessionelles SAPV-Team versorgt werden. Doch nicht in allen Regionen Baden-Württembergs wird es mit der gleichen Geschwindigkeit vorangehen. Um die Koordination zu erleichtern, haben sich die Leistungserbringer in einer Landesarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, erläutert Rapp.

Im Südwesten wird pro 250 000 Einwohner voraussichtlich ein SAPV-Team benötigt, berichtet Frank Winkler, stellvertretender Leiter des Ersatzkassenverbands vdek. Die Kassen werden es somit mit bis zu 44 Palliativ-Care-Teams zu tun haben, mit denen jeweils Verträge zu schließen sind. Winkler betont, bewährte Versorgungsstrukturen in den Regionen sollten möglichst aufrechterhalten und eingebunden werden.

Gleichwohl wartet auf Ärzte und spezialisiertes Pflegepersonal eine Mammutaufgabe. Denn die Anforderungen für die Palliative-Care-Teams, die der Vertrag definiert, sind hoch. Im Team muss rund um die Uhr mindestens ein Palliativarzt verfügbar sein. "Eine Hilfsfrist von maximal 120 Minuten ist anzustreben", heißt es im Vertrag. Aufwendig sind zudem die Dokumentationspflichten.

Langwierig waren daher die Verhandlungen über die Komplexvergütung, die die Teams erhalten, berichtet Rapp. Für SAPV-Leistungen außerhalb eines stationären Hospizes sieht der Vertrag eine Festvergütung von 1260 Euro für die ersten sieben Tage vor. Ab dem achten Tag, immer wenn ein Hausbesuch stattfindet, sind täglich 150 Euro abrechenbar. Die Erstberatungs- sowie die Erstkoordinationspauschale betragen jeweils 200 Euro, die Folgekoordination wird pro Woche mit 100 Euro vergütet. Damit sind Fahrtkosten abgegolten, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel werden gesondert abgerechnet.

Die Hausärztin Rapp hofft, dass sich diese neue Versorgungsform für Schwerstkranke schnell durchsetzt. SAPV-Leistungen sind immer ein zusätzliches Angebot, parallel dazu betreut der Hausarzt seine Palliativpatienten ambulant weiter, betont sie.

Lesen Sie dazu auch: Palliativ-Netze versorgen immer mehr Patienten Begleiter des Patienten - Partner des Hausarztes

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