Ärzte Zeitung, 28.01.2011

Obduktion bestätigt Todesursache von Mechthild Bach - Beerdigung am kommenden Freitag

Obduktion bestätigt Todesursache von Mechthild Bach - Beerdigung am kommenden Freitag

Dr. Mechthild Bach. Die Ärztin wird am 4. Februar beerdigt.

© dpa

HANNOVER (cben). Auch die Obduktion bestätigt: Die Hannoveraner Internistin Mechthild Bach hat sich mit Morphium das Leben genommen. Laut vorläufigem Ergebnis der Staatsanwaltschaft sei der Tod durch ein Lungenödem und eine Hirnschwellung eingetreten, beides typische Folgen einer Überdosis Morphiums, hieß es.

"Wir haben keine Anhaltspunkte, die gegen einen Selbstmord sprechen würden", sagte Christian Gottfriedsen von der Staatsanwaltschaft Hildesheim zur "Ärzte Zeitung". Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung stehe aber noch aus, so Gottfriedsen. Die Untersuchung sei angeordnet worden, um jeden Zweifel auszuschließen.

Die Polizei hat am Totenbett Bachs fünf leere Ampullen Morphium gefunden, hieß es in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Damit dürfte die Ärztin sich selbst rund 100 Milligramm des Präparats per Infusion verabreicht haben. Woher die Internistin das verschreibungspflichtige Medikament hatte, sei der Staatsanwaltschaft unbekannt.

Aus der Todesanzeige für Dr. Mechthild Bach

In ihrer Traueranzeige in der HAZ vom Samstag zitieren die Anwälte aus Äußerungen ihrer Mandantin Dr. Mechthild Bach vor dem Schwurgericht in Hannover:

"Sterben lässt sich nicht nur in Laborwerten, Blutgasanalysen oder Fieberkurven ablesen. Sterben ist etwas höchst Persönliches, sehr Individuelles, das auch zum Leben gehört. Jeder Mensch hat das Recht, seinen letzten Lebensabschnitt in Würde und angstfrei zu erleben. Dazu gehört, dem Patienten mit Achtsamkeit, Respekt und Fürsorge zu begegnen, ihn Geborgenheit spüren zu lassen, auch durch die der Situation angemessenen medizinischen Maßnahmen."

Die des 13-fachen Totschlags angeklagte Internistin Dr. Mechthild Bach hat sich in der Nacht zum vergangenen Sonntag das Leben genommen. Der Leichnam wurde am Montag von einem Freund der Ärztin aufgefunden. Bach hatte zuvor per E-Mail mehrere Abschiedsbriefe versandt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Außerdem seien im Hause Bachs mehrere persönliche, handschriftliche Aufzeichnungen gefunden worden, so Gottfriedsen.

Als Motiv für ihren Selbstmord habe Bach in einem Schreiben die lange Dauer des Verfahrens über acht Jahre und die mögliche Anklage wegen Mordes an zweier ihrer Patienten angegeben. Der Prozess vor dem Landgericht war bereits der zweite, nachdem ein erster wegen Befangenheit des Gerichts geplatzt war. Die in Frage stehenden Fälle stammen aus den Jahren 2001 bis 2003.

Am kommenden Freitag soll Mechthild Bach, die keine näheren Angehörigen hat, in Hannover Langenhagen bestattet werden. Laut Norddeutschem Rundfunk kümmere sich der "Freundeskreis Bach" um Bestattung und die Trauerfeier in der Elisabethkirche Langenhagen. Der Stadtteil Hannovers sei gewählt worden, weil viele der früheren Patienten Bachs hier leben.

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