Ärzte Zeitung online, 22.08.2012

Großbritannien

Tod nach verweigerter Sterbehilfe

LONDON (dpa). Tony Nicklinson, ein schwer pflegebedürftiger und gelähmter Brite, ist nach seinem gescheiterten Kampf um Sterbehilfe an einer Lungenentzündung gestorben. Auch habe er seit einigen Tagen das Essen verweigert, teilte sein Anwalt am Mittwoch, 22. August, mit.

Der 58 Jahre alte Nicklinson schlief nach Angaben seiner Familie am Morgen in seinem Haus in der Grafschaft Wiltshire friedlich ein.

In den vergangenen Tagen habe sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert. Nicklinsons Fall hatte für großes Aufsehen über Großbritannien hinaus und neue Diskussionen um Sterbehilfe gesorgt.

Nicklinson litt am seltenen Locked-In-Syndrom, bei dem Kranke zwar bei Bewusstsein sind, aber kaum kommunizieren können. Seit einem Schlaganfall 2005 war er gelähmt. Vor Gericht wollte er erreichen, mit Hilfe von Ärzten sterben zu dürfen.

Vergangene Woche hatte er den Prozess verloren. Das Gericht hatte erklärt, um ihm seinen Tod zu erlauben, müsse es eine Gesetzesänderung geben, die nur vom Parlament bestimmt werden könne.

Von der Polizei hieß es, man werde den Tod von Nicklinson nicht untersuchen. "Die Polizei ist nicht beteiligt", sagte ein Sprecher. "Seine Todesurkunde wurde von einem Arzt unterschrieben, deshalb ist dies kein Fall für die Polizei oder einen Gerichtsmediziner."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Jeder neunte Euro geht an die Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen weiter. Im Jahr 2015 betrugen sie 344,2 Milliarden Euro oder 4 213 Euro je Einwohner. Auch die Prognose für 2016 liegt bereits vor. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »