Ärzte Zeitung, 07.11.2012

Bonn

Hospiztelefon soll auch Ärzte entlasten

Das Hospiztelefon Bonn gibt Auskünfte und Hilfe zur palliativmedizinischen und hospizlichen Versorgung. Auch Ärzte können davon profitieren.

KÖLN (iss). Wenn es um die Versorgung und die Begleitung am Lebensende geht, bleiben bei schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen oft viele Fragen offen.

Nicht immer wissen sie, an wen sie sich wenden können, viele schrecken vor dem Anruf bei einem Hospiz oder einem ambulanten Hospizdienst zurück.

In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis soll ein neues Angebot die Lücke schließen: das Hospiztelefon Bonn. "Wir wollen Ratsuchenden eine neutrale Anlaufstelle bieten", sagt Monika Müller.

Sie gibt unter der kostenfreien Rufnummer 0800/7236489 montags und freitags jeweils drei Stunden Auskünfte und Hilfe zur palliativmedizinischen und hospizlichen Versorgung sowie zu allgemeinen Fragen rund ums Sterben. Müller ist seit 20 Jahren in diesem Bereich tätig.

Informations- und Sorgentelefon

Das Telefon ist am 10. Oktober freigeschaltet worden, pro Tag gehen fünf bis sechs Anrufe ein. Häufig sind es Menschen, die sich nach Betreuungsmöglichkeiten für sich oder ihre Angehörigen erkundigen, berichtet Müller.

Auch Ärzte haben sich schon an die Beraterin gewandt, um einen geeigneten Platz für ihre Patienten zu finden.

"Wir sagen, welche Angebote es in der Region gibt, empfehlen aber keine konkreten stationären Hospize oder ambulanten Hospizdienste", sagt sie.

Oft sind es auch grundsätzliche Fragen wie die Kosten einer hospizlichen Betreuung, mit denen sich Anrufer an Müller wenden. Andere wollen loswerden, was ihnen auf der Seele lastet.

"Wir sind eine Mischung aus Informations- und Sorgentelefon", sagt sie.

Anrufe werden ausgewertet

Auch einige Jugendliche, die ihre schwer kranken Eltern betreuen, hat Müller schon beraten. Sie fühlten sich von der Aufgabe überfordert und suchten nach einer Selbsthilfegruppe. "Damit hatte ich nicht gerechnet", sagt sie.

Die Anrufe werden protokolliert und ausgewertet. "In einem Jahr wollen wir eine Art Bedarfsanalyse vorstellen", sagt sie.

Die Peter Windeck-Stiftung in der Bürgerstiftung Bonn hat das Hospiztelefon initiiert. Sie verteilt nun Informations-Flyer an Arztpraxen der Region. "Mit unserem Beratungsangebot wollen wir auch die Ärzte entlasten", sagt Müller.

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