Ärzte Zeitung, 09.10.2013

Syke

Jugendhospiz Löwenherz eröffnet

Deutschlands größtes Jugendhospiz für Patienten zwischen 14 und 24 Jahren hat seine Pforten geöffnet - die Warteliste ist lang.

Von Christian Beneker

SYKE. Das neue Jugendhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen ist eröffnet. Der Neubau ist mit acht Plätzen für 14 bis 24 Jahre alte Patienten und sechs Räumen für Angehörige und Begleiter der Patienten Deutschlands größtes Jugendhospiz.

Die Jugendlichen können bis zu einem Monat im Haus bleiben. Das Haus ergänzt das Angebot des Kinderhospizes Löwenherz, das fast auf den Tag genau sein zehnjähriges Bestehen feiert, erklärt der Sprecher der beiden Hospize, Heiner Brock.

"Wir haben das Jugendhospiz gebaut, weil Jugendliche einfach anders betreut werden müssen als Kinder", erklärt Brock, "schließlich kommen die Jugendliche in die Pubertät."

Bisher wurden alle Gäste im Kinderhospiz untergebracht. Außerdem soll das Platzangebot aufgestockt werden. "Derzeit warten rund 40 Familien auf einen Platz im Hospiz", sagt Brock.

Teil- oder Vollbeatmung bei vielen Patienten

Im Jahr 2010 lag die Auslastung des Hauses bei fast 91 Prozent. Das Hospiz komme "nun an seine Auslastungsgrenze", heißt es in einem Bericht des Hospizes aus dem Jahr 2011. Zudem steige wegen des medizinisch-technischen Fortschrittes die Lebensdauer der kranken Kinder.

"Kinder, deren Lebenszeit früher auf zwei oder drei Jahre geschätzt wurde, werden heute manchmal 13 Jahre und älter", heißt es in dem Bericht.

"Viele haben eine Teil- oder Vollbeatmung und werden zu Hause intensiv gepflegt. Rund 25 Prozent aller erkrankten Gäste im Kinderhospiz sind über 13 Jahre alt - einige sind sogar 18 Jahre und älter."

Im Hospiz sollen die Familien von unheilbar kranken Jugendlichen vom anstrengenden Versorgungsalltag ausspannen können. Unterdessen werden die jungen Patienten vom Team des Hospizes betreut.

Man sei kein "Sterbehaus", betonen die Initiatoren immer wieder. Initiator ist der Verein Kinderhospiz Löwenherz e.V. Der Betrieb obliegt einer GmbH mit dem Verein als alleinigem Gesellschafter. Eine Stiftung unterstützt finanziell.

Zwei Millionen Euro Spenden pro Jahr benötigt

Rund die Hälfte der Kosten werden vom Hospizpflegesatz der Krankenkassen gedeckt. Die anderen 50 Prozent der Kosten müssen aus Spenden beglichen werden.

"Sie belaufen sich jährlich auf rund 1,2 Millionen Euro", sagt Sprecher Heiner Brock. "Wenn wir das Jugendhospiz eröffnen, werden wir jährlich an die zwei Millionen Euro Spenden brauchen."

Die Vergrößerung des Hospizes sei indessen nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen geschehen. "Die Gleichung: mehr Plätze gleich weniger Kosten pro Platz geht bei uns nicht auf", sagt Brock. Anfang Oktober sind die ersten Jugendlichen ins Hospiz eingezogen.

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