Ärzte Zeitung, 03.12.2013

Kommentar zur Sterbehilfe

Parallele Versorgungswelten

Von Christoph Fuhr

In der Debatte um Sterbehilfe gibt es zwischen Deutschland und Frankreich viele Parallelen. Aktive Sterbehilfe ist diesseits und jenseits des Rheins verboten, passive Hilfe ist erlaubt, die damit verbundenen Handlungsoptionen werden aber von Ärzten in Frankreich extrem restriktiv genutzt.

Auch in Deutschland müssen sich Ärzte - ob zurecht oder zu unrecht - zuweilen diesen Vorwurf gefallen lassen.

Dogmatische Befürworter einer aktiven Sterbehilfe - um weitere deutsch-französische Parallelen zu nennen - erwecken oft den Eindruck, alle Widersprüche rund ums Sterben würden sich in Luft auflösen, wenn der Rechtsanspruch erst einmal festgeklopft worden sei.

Bei einem anderen Thema allerdings halten sie sich mit Kommentaren vornehm zurück - dem Kampf um ein würdiges Sterben zu Hause. In Frankreich bemüht man sich bisher mit mäßigem Erfolg, diesen Anspruch durchzusetzen.

In Deutschland gibt es darauf seit mehr als sechs Jahren sogar einen Rechtsanspruch. Er ist aber längst noch nicht flächendeckend umgesetzt - und das ist ein Skandal.

Sterben zu Hause, professionell betreut bis zum letzten Atemzug, und das ohne Giftpille - offenbar kein Thema für dogmatische Befürworter einer aktiven Sterbehilfe. Dieser Rechtsanspruch interessiert sie nicht die Bohne.

Lesen Sie dazu auch:
Doppel-Suizid: Frankreich streitet über Sterbehilfe

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »