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Sterbehilfedrama

Fall Maynard verschafft Sterberechtsbewegung Aufwind

Der Suizid der schwerkranken Amerikanerin Brittany Maynard bewegt Menschen auf der ganzen Welt - und befeuert in den USA die Debatte über Sterbehilfe.

Von Claudia Pieper Veröffentlicht:
Mit ärztlich verschriebenen Medikamenten hat sich Brittany Maynard in den USA das Leben genommen. Der Fall hat in dem Land nun die Debatte über Sterbehilfe befeuert.

Mit ärztlich verschriebenen Medikamenten hat sich Brittany Maynard in den USA das Leben genommen. Der Fall hat in dem Land nun die Debatte über Sterbehilfe befeuert.

© Gaetan Bally/dpa

WASHINGTON. Brittany Maynard, die junge, an unheilbarem Gehirnkrebs erkrankte Amerikanerin, hat am Wochenende wie geplant ihrem Leben ein Ende gesetzt. Maynard mag im Beisein engster Vertrauter zu Hause gestorben sein.

Ihr von verschriebenen Medikamenten herbeigeführter Tod war aber alles andere als eine Privatsache. Die Entscheidung der charismatischen Frau, ihre Lebens- und Leidensgeschichte öffentlich mitzuteilen und sich für ein landesweites Recht auf ein "Sterben mit Würde" zu engagieren, machte Maynard in den letzten Wochen ihres kurzen Lebens zu einem Medienphänomen.

Den Begriff  "Suizid" verbat sie sich bis zuletzt

Mehr als dreizehn Millionen Menschen schauten sich allein auf YouTube Maynards Videos an, in denen sie leidenschaftlich ihre Entscheidung verteidigte, ihr Sterben "zu beschleunigen". Den Begriff "Suizid" verbat sie sich bis zuletzt.

Die Öffentlichkeit hat sich nicht nur rege für Maynards Fall interessiert, sondern auch eine breite emotionale Unterstützung gezeigt. Kälte schlug dagegen oftmals denen entgegen, die sich negativ zu dem Freitod äußerten.

Die Sterberechtsbewegung sieht mit Blick auf die öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen ihre Stunde gekommen. "Brittany Maynard hat unsere Bewegung nachhaltig verwandelt", sagte zum Beispiel Barbara Combs Lee, Präsidentin der Organisation Compassion & Choices, mit deren Hilfe Maynard an die Öffentlichkeit gegangen war. Sie habe noch zu keinem anderen Zeitpunkt "eine solche Energie" gespürt, meinte Combs Lee.

Den Schwung in legislative Fortschritte verwandeln

"Bisher hatten die Leute einfach nicht das Wissen oder die Motivation, sich (für das Sterberecht) zu engagieren, und die Politiker konnten das Thema ignorieren. Das können sie aber jetzt meines Erachtens nicht mehr", sagte Combs Lee laut dem Nachrichtenmagazin "Time".

Die Sterberechtsbewegung hofft, den durch Maynard gebrachten Schwung in legislative Fortschritte zu verwandeln. Derzeit warten Gesetzentwürfe in den Bundesstaaten Connecticut, Hawaii, Kansas, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey und Pennsylvania auf Abstimmungen.

Es ist abzuwarten, ob das Schicksal einer einzelnen jungen Frau tatsächlich zu einer Ausweitung der Suizidbeihilfe in den Vereinigten Staaten führen wird.

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