Ärzte Zeitung, 24.07.2015

Nordrhein

Palliativ-Versorgung wird besser vergütet

Patienten in der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung können in Nordrhein häufiger Besuch vom betreuenden Haus- und Facharzt erhalten. Leistungsumfang und Vergütung werden erweitert.

KÖLN. In Nordrhein haben die KV Nordrhein (KVNo) und die Ersatzkassen ihren Vertrag zur häuslichen Palliativversorgung erweitert. Sowohl der Leistungsumfang für die Patienten als auch die Vergütung einzelner Leistungen haben sich verbessert.

In der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) können die Patienten künftig häufiger Hausbesuche von den betreuenden Haus- und Fachärzten erhalten, die über eine palliativmedizinische Weiterbildung verfügen.

Dabei sind die Besuche nicht auf die eigenen vier Wände des Patienten beschränkt, sondern können sich auch auf das Pflegeheim, betreute Wohneinrichtungen oder das Hospiz erstrecken.

Der Vergütungspunktwert für die Hausbesuche ist erhöht worden und wird künftig jährlich angepasst. Der Hausbesuch wird jetzt mit 30,18 Euro vergütet. Die Vergütung für den zusätzlichen Aufwand bei Besuchen hat sich von 15 Euro auf 25 Euro erhöht. Die koordinierenden Haus- und Fachärzte erhalten nach dem Vertrag pro Quartal eine Pauschale von 25 Euro.

Für das telefonische Konsil mit dem Pflegedienst oder dem qualifizierten Palliativarzt (QPA) gibt es 15 Euro.

Bei den QPA erhöht sich das Honorar für telefonische Konsile von 10 Euro auf 15 Euro, die Pauschale für einen vom koordinierenden Arzt angeforderten Besuch beträgt jetzt 25 Euro statt 15 Euro. Die Honorare fließen zusätzlich zur morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Identische Abläufe

Die neuen Konsilleistungen sollen die Kooperation der an der Versorgung der schwerkranken Patienten Beteiligten verbessern. Um die zur Verfügung stehende Behandlungszeit zu erhöhen, haben die Vertragspartner die Dokumentation verschlankt.

Die zwischen der KVNo und dem Ersatzkassenverband vdek geschlossene Vereinbarung entspricht im Wesentlichen dem Vertrag zwischen der KVNo und den Primärkassen aus dem vergangenen Jahr. Für die Ärzte wichtig: Die Abläufe in den Praxen sind weitgehend identisch.

Der Übergang zwischen der AAPV und der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) ist fließend. In beiden Versorgungsebenen steht rund um die Uhr ein qualifizierter Bereitschaftsdienst zur Verfügung.

An der Vereinbarung zwischen KVNo und Ersatzkassen beteiligen sich 1447 Haus- und Fachärzte sowie 366 QPA. Die Ärzte werden von 80 ambulanten Palliativpflegediensten unterstützt. Für die Versorgung von gut 3000 Versicherten im Quartal stellen die Ersatzkassen pro Jahr rund 3,5 Millionen Euro bereit. (iss)

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