Ärzte Zeitung, 29.07.2015

Katholische Bischöfe

Hirntod ist "das sicherste und beste Kriterium"

BONN. Die Katholischen Bischöfe haben sich für das Festhalten am Hirntod-Kriterium ausgesprochen. In dem am Mittwoch veröffentlichten Papier "Hirntod und Organspende" heißt es, dass das Hirntod-Kriterium "nach jetzigem Stand der Wissenschaft das beste und sicherste Kriterium für die Feststellung des Todes eines Menschen darstellt".

Bedenken, hirntote Menschen befänden sich in einem irreversiblen Sterbeprozess, hätten diesen "aber noch nicht bis zum Ende durchlaufen", teilt die Bischofskonferenz nicht. Forderungen nach einem gänzlich neuen Todeskriterium werden als "übereilte Reaktionen auf eine argumentative Gemengelage" zurückgewiesen.

Bei der verantwortlichen Gestaltung der Transplantationsmedizin dürfe "das Interesse an den Organen des Hirntoten nicht die menschliche Begleitung der Hinterbliebenen in den Hintergrund treten lassen", mahnen die Bischöfe.

Weiter heißt es, Angehörigen und Freunden sollte auf deren Wunsch hin die Möglichkeit gegeben werden, "sich von dem Toten vor und auch nach der Explantation zu verabschieden". Es müsse, trotz der bei einer Transplantation gebotenen Eile, eine "Kultur des Sterbens" gewahrt werden. (fst)

[01.08.2015, 13:12:21]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Liebe Frau @Heidemarie Heubach, deshalb ist es doch gut,
dass man den irreversiblen Hirntod so gründlich nachweisen muss, was allerdings machmal paradoxerweise zur Lebensverlängerung führt, das sollte Sie beruhigen.
Und es ist gut, dass man das "Handeln" mit Organen verboten hat.
Kompliment, dass Sie es geschaft haben, einen Doktor zu finden, der Ihre Meinung unterstützt.
Ich teile Ihre Bedenken allerdings nicht.
Wissen Sie, manchmal habe ich sogar den Eindruck, die ganze Medizin wird bekämpft, außer die Quacksalberer natürlich, die stark zugenommen haben.
Vermutlich von den "Gesunden".
Ich wünsche Ihnen selnstverständlich sehr, dass Sie gesund bleiben,
denken Sie mal, die armen Dialyse-Patienten müssen mehrmals wöchentlich an die künstliche Niere, ist natürlich auch verdammt teuer!
Gruß zum Beitrag »
[31.07.2015, 11:18:53]
Heidemarie Heubach 
"Juristische" und organische Leichen - wie schön eingefädelt !
Sehr geehrte Frau Dr.Klein, meine von Ihnen vermuteten Angstzustände teilen allerdings immer mehr Ärzte! Z.B. hat Dr. Gero Winkelmann aus München eine Ärztliche Ad-Hoc-Arbeitsgruppe Hirntod-Organspende ins Leben gerufen, dem sich immer mehr Mediziner aus Deutschland - und diese wiederum den Kritikern aus aller Welt - anschließen. Sicher wissen Sie genauso gut wie ich, daß die Politik sich auf den "medizinischen Sachverstand von Neurologen" berief bei der Schaffung des Transplantationsgesetzes und der erste Neurologe, der den "zerebralen Tod" definierte der - später hochdekorierte - Deutsche Wilhelm Tönnis war, der in die Machenschaften der NS-Medizin involviert war. Vor solcherlei Leuten sollten wir alle wirklich Angst haben, denn die wäre nicht unbegründet !
Mit Menschenrechten oder -würde hat das alles nämlich nicht viel zu tun.
Außerdem kommen bei Ihrer so `niedlich` wirkenden Rechnung doch stattliche Summen zusammen bei Multiorgan- und Gewebeentnahmen von ca. 15-20 Einzelteilen á 10.000,- Euro (mindestens) Transplantations- (und Folge-OP-) Einnahmen für die Kliniken und leblangen teuren Immunsupressiva-Einnahmen der Pharmazie pro Empfänger.............
Um mich sollten Sie sich da weniger sorgen, trotzdem vielen Dank dafür. zum Beitrag »
[30.07.2015, 19:28:18]
Dr. Patricia Klein 
sachlich oder emotional?
Liebe Frau Heubach,
ich habe tiefes Verständnis für jeden, der seine Organe nicht freigeben möchte, aus welchen Gründen auch immer.
Aber den irreversiblen Hirnfunktionsausfall fachlich-medizinisch tatsächlich als Tod des Menschen anzuzweifeln, und das womöglich noch als Ärztin, da bin ich sprachlos. Ein Mensch mit einem irreversiblen Hirnfunktionsausfall ist in Deutschland juristisch eine Leiche, egal wie gut alle anderen Organe durchblutet sind.
Wir haben mehr als 15 Mio. stationäre KH-Fälle in Deutschland jedes Jahr und nicht einmal 900 Organspendefälle ind ganz Deutschland im Jahr, wie kommen Sie da auf Geschäftemacherei?

"Angst essen Seelen auf!", ja, und für Angst habe ich tiefes und aufrichtiges Verständnis, egal wovor und warum man Angst hat. Aber für Ihre Ängste müssen Sie in diesem Falle wirklich keine Sachgründe suchen, die dann auch noch einfach falsch sind. Stehen Sie einfach dazu, fertig!  zum Beitrag »
[30.07.2015, 11:47:33]
Heidemarie Heubach 
Spitzfindige Definitionen vernebeln die nicht vorhandene Leiche !
Lieber Herr Dr. Bayerl, dann fordern Sie doch - der Ehrlichkeit halber - auch in Deutschland den Begriff "justified Killing" (wie in USA von Fachleuten üblich) einzuführen! Dann wüßten die potentiellen "Spender" wenigstens, worauf sie sich einlassen! Mag ja sein, daß sich dann immer noch Leute finden, die ihren Körper für eine - üblicherweise - Multiorganexplantation spenden würden, sie würden aber nicht so moralinsauer hinters Licht geführt, wie bisher mit der verlogenen Werbung für dieses 2.größte geschäft weltweit (nach der Rüstung).
Oder glauben Sie wirklich im Ernst, daß gut-durchblutete Organe aus einer leiche entnommen werden können ? (- das täte mir wirklich leid für Sie!)
Und alles davor ist eben keine Leiche, sondern ein Sterbender - es gibt ja auch kein "bißchen schwanger", beim Tod ist es genauso. zum Beitrag »
[29.07.2015, 22:59:24]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Danke, Bischöfe! Der Angriff auf den Hirntod durch Laien ist ein Angriff auf Medizin schlechthin!
Denn jeder dieser Kritiker kann KEINE Alternative anbieten, wann denn genau ein Toter "richtig" tot sein sollte. Das läuft schlicht auf die totale Ablehnung von Tranplantation hinaus.
Der Mensch besteht nun mal aus Billionen Zellen extrem unterschiedlicher Art. Jeder Chirurg weis, dass das Gehirn ohne Durchblutung wirklich nur Minuten überlebt, ein Arm oder ein Bein (Blutleere) dagegen schon Stunden auch bei normaler Temperatur. Dann gibt es da noch lebende Zellen, die überhaupt keinen Kontakt zum Gefäßsystem haben, also noch wesentlich länger beim "Toten" überleben können.
Auf welche Zellen wollen die Hirntotkritiker denn warten?
Sie wissen es nicht, sie sind schlicht Totalgegner jeder Transplatation,
in vielen Fällen lebensrettend, oder bei der Hornhaut Blinde wieder sehend machend, das ist menschlich.

MfG zum Beitrag »

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