Dienstag, 23. September 2014
Ärzte Zeitung, 21.01.2013

Qualität

GBA knöpft sich fünf Problem-Indikation vor

Bei der Versorgung läuft nicht überall alles rund. Jetzt hat der GBA sich Prioritäten gesetzt - und will fünf Indikationen genau unter die Lupe nehmen, in denen es mit der Qualität am meisten hapert.

Von Helmut Laschet

fussbehandlung-A.jpg

Vorsorge bei Diabetes: Der GBA nimmt die Versorgung des Fußsyndroms unter die Lupe.

© CID GmbH

BERLIN. Für die künftige Vorgehensweise in der Qualitätssicherung hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seiner jüngsten Sitzung fünf Handlungsfelder identifiziert, die nun mit Priorität bearbeitet werden sollen.

Auswahlkriterien dafür waren Inzidenz und Prävalenz, das vermutete Verbesserungspotenzial sowie der Versorgungsbedarf für betroffene Patienten.

Die vom Bundesausschuss benannten Problemfelder betreffen zu großen Teilen auch die hausärztliche Versorgung. Konkret handelt es sich um:

Schlaganfall: Nur jeder vierte Patient erhält derzeit eine Frühversorgung, die entscheidend für die weitere Prognose ist.

Tonsillektomie: Hier wurden regional sehr heterogene Häufigkeiten bei der Indikationsstellung konstatiert.

Entlassungsmanagement: Bislang sind dafür - obwohl den Krankenhäusern dieses Management gesetzlich vorgeschrieben ist - keine Standards entwickelt.

Bei weiter sinkender Verweildauer wird das Management an den Schnittstellen zwischen stationärer Akutbehandlung, Rehabilitation und Weiterbetreuung in der ambulanten Versorgung von immer größerer Bedeutung für den Gesamterfolg einer Therapie.

Diabetischer Fuß: Als "erschreckend" bezeichnet Dr. Regina Klakow-Franck vom GBA, dass bei Typ 2-Diabetikern jährlich 20.000 Amputationen vorgenommen werden müssen.

Die Versorgung von Diabetikern in Deutschland liegt noch weit ab von den Zielen der Deklaration von St. Vincent.

Minimalinvasive Herzklappen-Eingriffe: Als Problem hat der GBA eine schwer überschaubare Methodenvielfalt identifiziert.

"Wir wollen weg von einer Themenberatung auf Zuruf, sondern die Themen systematisch nach Erkenntnissen aus der Epidemiologie und der Versorgungsforschung auswählen", erläutert Klakow-Franck die Vorgehensweise.

Dazu gehöre auch, dass Qualitätsziele definiert und wissenschaftlich untermauert sein müssen. Weitere Gesichtspunkte sind die Machbarkeit in der Praxis sowie das Aufwand-Nutzen-Verhältnis.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Arbeit nach Relevanz

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Gedächtnisprobleme: Oftmals Vorboten eines Schlaganfalls

Geistige Beeinträchtigungen gehen oft einem Schlaganfall voraus, zeigt eine Analyse aus Taiwan. Die Gefahr, einen Infarkt zu erleiden, ist dann vielfach erhöht. mehr »

WHO erwartet: Bald mehr als 20.000 Ebola-Infizierte

Die WHO befürchtet Schlimmes: Lässt sich die Ebola-Epidemie nicht eindämmen, ist schon bald mit 20.000 Infizierten zu rechnen. Diese Schätzung geht aus einer aktuellen Studie hervor, die auch neue Erkenntnisse zur Sterberate, Inkubationszeit und zum Symptommuster liefert. mehr »

Arzneiverordnungsreport: GKV könnte fünf Milliarden Euro einsparen

Trotz Kostendämpfung haben die Kassen für Arzneimittel eine Milliarde Euro mehr ausgegeben, zeigt der Arzneiverordnungs­report 2014. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kündigt Änderungen am AMNOG an. mehr »