Ärzte Zeitung, 25.04.2013

Männergesundheit

Psychische Störungen oft unerkannt

BERLIN. Psychische Erkrankungen bei Männern werden oft unzureichend diagnostiziert und behandelt. Das geht aus dem Männergesundheitsbericht 2013 hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach ist bei neun Prozent der Männer in Deutschland eine Depression diagnostiziert worden. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich weit höher, heißt es in dem Bericht.

Indikator dafür sei, dass die Anzahl der Selbsttötungen bei Männern in den letzten Jahren drastisch gestiegen sei - zwischen 2009 und 2011 um neun Prozent. Die Suizidrate ist ein Hauptindikator für psychische Gesundheit.

Bei Männern liegt sie laut Bericht derzeit dreimal höher als bei Frauen (Männer: 7600 Suizide, Frauen: 2500 Suizide/2011). Als Ursachen nennen die Experten die wachsende Gefahr des sozialen Abstiegs.

"Psychische Störungen bei Männern werden unterdiagnostiziert", sagte Gender-Forscherin Professor Anne Möller-Leimkühler. Männerspezifische seelische Störungen würden in weiten Teilen der Medizin und der Öffentlichkeit kaum beachtet. Die Folge seien Fehlversorgung und enorme gesellschaftliche Folgekosten. (sun)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Wie viel Fett und Eisen lastet auf Deutschlands Lebern?

Fettlebern sind hierzulande mittlerweile ein Massenphänomen, und auch die Eisenüberladung der Leber wird häufig festgestellt. Eine Studie der Uni Greifswald liefert jetzt Daten. mehr »

Pfleger lernen als "Robo Cop", wie sich Altern anfühlt

In einem Modellprojekt sollen junge Menschen mit Förderbedarf für die Altenpflege gewonnen werden: Sie erleben im Simulationsanzug das Altern am eigenen Leib und üben die Pflege an lebensgroßen Puppen. mehr »

Ausgaben-Weltmeister bei Zytostatika

Die Ausgaben für onkologische Arzneimittel in der ambulanten Versorgung sind seit dem Jahr 2011 massiv gestiegen und übertreffen deutlich die Kostensteigerungen aller anderen Arzneimittel ohne Rezepturen. Das geht aus dem Barmer-Arzneimittelreport 2017 hervor. mehr »