Ärzte Zeitung, 07.05.2013

Schleswig-Holstein

Kranke Psyche sorgt für 33 AU-Tage

KIEL. Einen Anstieg der diagnostizierten psychischen Erkrankungen um 84 Prozent in zwölf Jahren meldet die DAK-Gesundheit im aktuellen Gesundheitsreport für Schleswig-Holstein.

Im vergangenen Jahr blieben 100 Arbeitnehmer im Schnitt an 218 Tagen wegen einer psychischen Erkrankung der Arbeit fern. Hochgerechnet bedeutet das für alle Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein mehr als 2,9 Millionen Fehltage in den Betrieben.

"Die Arbeitsausfälle sind für Betriebe schwerwiegend. Denn psychische Erkrankungen dauern meist lange. In Schleswig-Holstein sind es im Durchschnitt mehr als 33 Tage. Sie gehören deshalb stärker in den Fokus eines betrieblichen Gesundheitsmanagements", sagte Regina Schulz, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Schleswig-Holstein.

Mit einem Anteil von 15,8 Prozent an allen Ausfalltagen lagen psychische Erkrankungen im vergangenen Jahr an zweiter Stelle nach Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. 2011 lagen seelischen Leiden im nördlichsten Bundesland noch auf Rang 3, hinter Erkrankungen des Atmungssystems.

Nach Angaben der DAK gibt es aber keine Hinweise darauf, dass derzeit mehr Menschen eine psychische Störung haben als früher. Vielmehr gingen Betroffene und Ärzte inzwischen mit seelischen Leiden anders um.

In der Vergangenheit seien Menschen mit psychischen Problemen häufig wegen Rückenschmerzen krank geschrieben worden, so die DAK-Einschätzung. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »