Ärzte Zeitung, 13.05.2013

Psychisch krank

Versorgung in Hamburg wird analysiert

Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen nimmt in der Hansestadt zu. Experten sehen Handlungsbedarf.

HAMBURG.Die neu geschaffene Landeskonferenz Versorgung wird in Hamburg die Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen analysieren. Die Psychotherapeutenkammer hat hierzu ein Maßnahmenbündel vorgelegt.

Als "ohne großen Aufwand auch finanzierbar" bezeichnete Professor Rainer Richter die Vorschläge. Der Präsident der Psychotherapeutenkammer setzt auf eine einvernehmliche Lösung in der Landeskonferenz.

Nach Ansicht der Kammer könnte eine regionalisierte Bedarfsplanung - derzeit ist Hamburg ein einzelner Planungsbezirk - Versorgungsprobleme in einzelnen Stadtteilen lindern.

"Die Versorgungsdichte mit Ärzten und Psychotherapeuten ist in Altona und Eppendorf deutlich besser als etwa in Kirchdorf-Süd oder Horn", teilte die Kammer mit. Zugleich fordert sie flexiblere Behandlungsintervalle und die Vergütung einer offenen Sprechstunde für Patienten, die ohne Anmeldung kommen.

Außerdem schweben der Psychotherapeutenkammer neue Angebote im Bereich der aufsuchenden Hilfe und sprachlich und kulturell angepasste Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund vor.

Die Forderung nach einem Ausbau der Versorgungsangebote stützt die Psychotherapeutenkammer auf die Zunahme der psychischen Erkrankungen.

Hamburg liegt bei psychischen Erkrankungen nach Angaben der Kammer, die sich auf Daten der Krankenkassen bezieht, 34 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, die Ausgaben für Krankengeld sind seit 2006 um 70 Prozent gestiegen.

Als Ursache dafür hat die Kammer auch "prekäre Arbeitsverhältnisse" ausgemacht, die dazu führten, dass immer mehr Menschen gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen akzeptierten. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »