Ärzte Zeitung, 16.10.2013

Qualitätssicherung

Licht und Schatten bei den Kliniken

Der Qualitätsreport stellt den Krankenhäusern ein akzeptables Zeugnis aus. Sektorenübergreifend funktioniert Qualitätsmessung noch nicht.

BERLIN. Die externe Qualitätssicherung der Krankenhäuser zeigt ein gespaltenes Bild. Von den im Jahr 2012 bei mehr als 1600 Kliniken gemessenen 464 Qualitätsindikatoren haben sich 57 verbessert, aber auch 21 verschlechtert.

Das weist der aktuelle Qualitätsreport des Gemeinsamen Bundesausschusses aus, der am Dienstag bei der 5. Qualitätssicherungskonferenz in Berlin vorgestellt wurde.

Stärker auf Kassen-Routinedaten stützen

Als Defizit nannte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des GBA, etwa die erhöhte Sterblichkeit nach PCI. Fatal sei auch, dass Patientinnen mit diagnostiziertem Mammakarzinom immer länger auf einen Operationstermin warten müssten.

Das Positive stellte die Deutsche Krankenhausgesellschaft heraus. Die Verbesserungen der Qualität der orthopädisch-unfallchirurgischen Leistungsbereiche, die der Herzschrittmacherimplantate und Geburtshilfe und Neonatologie seien hervorzuheben, sagte Christiane van Emmerich von der DKG.

Die Organisationen der Selbstverwaltung planen, die Qualitätssicherung künftig stärker auch auf die Routinedaten der Krankenkassen zu stützen. Diese Möglichkeit hat ihnen der neue Paragraf 303e des Versorgungsstrukturgesetzes gegeben.

Bei einer Qualitätsmessung anhand von Daten will der Geschäftsführer des Aqua-Instituts, Professor Joachim Szecsenyi, jedoch nicht stehen bleiben.

"Noch Luft nach oben"

Künftig solle ein Mix aus Sozialdaten der Kassen, Informationen der Kliniken, Befragungen von Patienten und Peer Reviews für ein vollständigeres Bild sorgen. Kliniken würden die wesentlichen Anforderungen derzeit erfüllen. "Es gibt aber noch Luft nach oben," sagte Szecsenyi.

Wenig Freude hat die Selbstverwaltung derzeit mit der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung. Alle bislang aufgenommenen Verfahren liegen derzeit auf Eis, müssen überarbeitet werden oder schaffen es gar nicht in den Regelbetrieb.

Gründe seien die unterschiedlichen Abrechnungs- und Dokumentationssysteme, sagte Klakow-Franck. Aufgeben will die Selbstverwaltung die Betrachtung der Behandlungspfade über die Sektoren hinweg nicht.

Dafür müsse die Qualitätsmessung stationär und ambulant vergleichbar werden, sagte Hans-Werner Pfeifer vom GKV-Spitzenverband. (af)

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