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Transparenz gefordert

Chirurgen wollen mehr Versorgungsforschung

Chirurgen fordern Langzeitergebnisse von Operationen ein. Doch die Versorgungsforschung steht noch ganz am Anfang.

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BERLIN. Das deutsche Gesundheitssystem braucht mehr Versorgungsforschung, damit Patienten auch Informationen über Langzeitergebnisse von Klinikbehandlungen erhalten, auf die sie ein Recht haben.

Das forderten die Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und das Netzwerk für Versorgungsforschung (DNVF) beim Chirurgenkongress in Berlin.

"Als Chirurgen wissen wir oft nicht, wie die Langzeitergebnisse unserer Operationen sind. Wir wissen auch nicht, wie Patienten danach zurechtkommen. Dazu brauchen wir Versorgungsforschung", sagte Professor Joachim Jähne, DGCH-Präsident.

Als vielversprechende Anfänge betrachtet er den Aufbau von Registern, wie das Endoprothesen- und das Aortenklappenregister. "Das schafft Transparenz", so Jähne. Es sei zu erwarten, dass sich die Registerergebnisse zumindest für die Endoprothetik auch bald in der Versorgung niederschlagen würden.

Der Aufbau der Register müsse aber auch finanziell hinterlegt werden, forderte Jähne.

Aufbau von Registern biete Chancen

Die große Koalition hat im Koalitionsvertrag angekündigt, dass Versorgungsforschung gefördert werden soll. Der Vorsitzende des Netzwerks Versorgungsforschung Professor Edmund Neugebauer begrüßte diese Ankündigung. "Versorgungsforschung ist nicht ganz billig", sagte er.

Langzeitergebnisse lassen sich nach seinen Angaben nicht aus Routinedaten gewinnen. Nötig seien sie dennoch. "Der Patient hat ein Recht auf Information", so Neugebauer. Außerdem werde Qualität zunehmend ein Parameter für die Bezahlung von Leistungen.

Im Aufbau von Registern sieht Neugebauer mehrere Chancen, aber auch Risiken. "Register sind eine Möglichkeit, sektorenübergreifende Qualitätsindikatoren abzufragen", sagte er.

Allerdings müssten auch Register eine bestimmte Qualität erfüllen. Dazu hat das DNVF sogenannte Methodenmemoranden entwickelt. Kernkriterium ist, dass die Daten vollständig und nicht selektiv abgebildet werden.

Im Aufbau ist laut Neugebauer auch ein Registerportal, das einen Überblick über bestehende Register bieten soll. Neugebauers Fazit: "Wir stehen am Anfang." (ami)

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