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Benzodiazepine

Erfolgreicher Entzug mit Arzt und Apotheker

Ein Entzug verläuft für Benzodiazepin-abhängige Patienten erfolgreicher, wenn sie von Hausarzt und Apotheker beraten werden. Das zeigt ein Modellprojekt der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

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Die Cuno-Apotheke in Hagen ist dem Gesundheitscentrum Cuno angegliedert und damit Ärzten und Patienten des Centrums nah.

Die Cuno-Apotheke in Hagen ist dem Gesundheitscentrum Cuno angegliedert und damit Ärzten und Patienten des Centrums nah.

© Klaus Rose

BERLIN. Den Ausstieg aus der Tablettensucht bewältigen Betroffene am besten mit der Hilfe von Arzt und Apotheker. Das zeigt das Modellprojekt "Ambulanter Entzug Benzodiazepin-abhängiger Patienten in Zusammenarbeit von Apotheker und Hausarzt", dessen Ergebnisse am Montag in Berlin vorgestellt wurden.

Das Fazit: Wenn Ärzte und Apotheker sich intensiver abstimmen, lässt sich der Medikamentenmissbrauch eindämmen und die Lebensqualität der Patienten deutlich steigern.

Der Kern des Projektes: Apotheker aus 46 Apotheken und 63 Hausärzte arbeiteten Hand in Hand. Beide sprachen jeweils gefährdete Patienten auf die Suchtproblematik von Benzodiazepin an.

"Die Therapiehoheit", betont Dr. Ernst Pallenbach, Projektleiter von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), "lag selbstverständlich beim Arzt. Der Apotheker machte jedoch einen Vorschlag, wie die Dosis stufenweise zu senken ist".

Ältere Rentnerinnen besonders betroffen

Insgesamt wurden 102 Patienten von Apothekern in Abstimmung mit dem jeweiligen Hausarzt beraten. Dies half knapp der Hälfte der Patienten (46 Prozent) aus der Abhängigkeit. Sie beendeten im Laufe von zwölf bis 16 Wochen erfolgreich einen ambulanten Entzug.

Ein gutes Viertel (27 Prozent) der Teilnehmenden hat durch das Programm die Dosis deutlich reduziert. Das Ergebnis war zudem nachhaltig: Die meisten Patienten berichteten, nach drei Monaten keinen Rückfall erlitten zu haben, oder es war ihnen gelungen, die Dosis noch weiter zu senken.

Das Patientenkollektiv des vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Modellprojektes entspricht dabei nicht dem üblichen Klischee von Suchtkranken: Zu 71,6 Prozent waren es Frauen, durchschnittlich 71 Jahre alt und zu drei Vierteln (75,6 Prozent) im Ruhestand.

In der Regel nahmen sie bereits seit rund zehn Jahren regelmäßig Arzneimittel mit Benzodiazepinen ein.

Bundesweit nehmen mehr als eine Million Menschen regelmäßig Schlaf- und Beruhigungsmittel ein, hieß es. (wer)

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