Ärzte Zeitung online, 17.07.2014

Ausgabenschub für die GKV

Plus 14 Prozent bei Arzneimitteln

Der Zwangsrabatt ist gesunken, die Ausgaben in der GKV steigen: Seit Jahresbeginn ergibt sich bei Arzneimitteln ein Plus von fast elf Prozent.

FRANKFURT/MAIN. Im Mai verzeichnen Apotheken einen Umsatzschub von 14 Prozent bei Arzneimitteln, Impfstoffen und Testdiagnostika im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Umsatz im GKV-Markt belief sich im Mai auf 2,4 Milliarden Euro, meldet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Auch das Umsatzwachstum in den bisherigen fünf Monaten fällt bei Arzneimitteln damit zweistellig aus: Die Ausgaben liegen mit 12,1 Milliarden Euro rund 10,7 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Zahl der abgegebenen Packungen ist von Januar bis Mai hingegen um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken und betrug 638 Millionen Packungen.

Dabei haben sich die Teilmärkte sehr unterschiedlich entwickelt. Bei rezeptfreien Medikamenten registriert IMS Health seit Jahresanfang einen Rückgang von sechs Prozent. Ursächlich hierfür ist vor allem die schwache Erkältungssaison gewesen.

Für verschreibungspflichtige Präparate ergibt sich hingegen eine "rote Null". Einzig allein patentgeschützte Medikamente konnten ein Absatzplus von sechs Prozent verbuchen.

Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln haben sich in den ersten fünf Monaten deutliche Verschiebungen zwischen den Packungsgrößen ergeben. In dem nach Menge stagnierenden Markt legten nur große N3-Packungen um 3,6 Prozent zu. Kleine N1-Packungen verbuchten ein Minus von 5,8 Prozent, bei N2 belief sich der Rückgang auf 3,6 Prozent.

Betrachtet man die 20 absatzstärksten Arzneigruppen, dann haben Ärzte ihren Patienten häufiger N3-Packungen vor allem bei Herz-Kreislauf-Leiden, Schilddrüsenerkrankungen und bei Epilepsie verordnet.

Seit Anfang des Jahres ist der Abschlag, den Hersteller für patentgeschützte, festbetragsfreie Medikamente zahlen müssen, von 16 auf nunmehr sieben Prozent gesunken. Im ersten Quartal hatte der Zwangsrabatt vorübergehend sechs Prozent betragen.

Dadurch ist die Abschlagssumme zugunsten der GKV in den ersten fünf Monaten um 36 Prozent auf 707 Millionen Euro gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 398 Millionen Euro. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Herstellerabschlägen zugunsten der Privaten Krankenversicherer. Diese schrumpften um 29 Prozent auf 132 Millionen Euro.

Um zwei Prozent gestiegen ist hingegen der Zwangsabschlag für Apotheken. Er legte seit Jahresbeginn um acht Millionen auf 472 Millionen Euro zu (Vorjahr: 464 Millionen Euro). Seit Jahresbeginn beträgt der von Apothekern zu zahlende Abschlag pro Packung 1,80 Euro statt 1,75 Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Trotz dieser Rückgänge addieren sich die Einsparungen der gesetzlichen Kassen durch Abschläge von Herstellern und Apotheken auf 1,2 Milliarden Euro. (fst)

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