Ärzte Zeitung, 08.05.2015

Sicherung der Versorgung

Brandenburg plant Gesundheitscampus

Unis, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Kliniken sollen in Brandenburg besser miteinander verbunden werden. Zunächst steht die Gründung einer gemeinsamen gesundheitswissenschaftliche Fakultät an.

Von Angela Misslbeck

POTSDAM. Um die medizinische Versorgung für das Flächenland Brandenburg langfristig zu sichern, will die rot-rote Landesregierung von Brandenburg einen Gesundheitscampus ins Leben rufen. Das hat sie nun im Rahmen des Doppelhaushalts 2015/16 beschlossen.

Der Gesundheitscampus soll Gesundheitsfachberufe und -forschung vernetzen und die praxisnahe Ausbildung in Medizin und Pflege fördern. Als thematischer Fokus sind Fragen rund um Medizin und Gesundheit im Alter vorgesehen.

Der Campus ist als Verbund aus Unis, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Kliniken geplant. Er baut auf den in Brandenburg in den letzten Jahren entstandenen Strukturen im Bereich der Gesundheitswissenschaften auf. Dazu zählt unter anderem der Mitte 2013 gestartete pflegewissenschaftliche Studiengang der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.

Stufenweiser Aufbau

Die Universität Potsdam soll mit ihrer sport- und präventionsmedizinischen Hochschulambulanz an dem Campus mitwirken. Auch die im vergangenen Jahr staatlich anerkannte, neue private Medizinische Hochschule Brandenburg "Theodor Fontane" (MHB) in Neuruppin mit ihrem Netzwerk an Kliniken wird eingebunden. Die drei Hochschulen wollen zunächst eine gemeinsame gesundheitswissenschaftliche Fakultät als Trägerstruktur gründen.

Der Aufbau des Gesundheitscampus soll stufenweise erfolgen. Für 2015 sind im Haushaltsplan der Regierungsfraktionen Vorbereitungs- und Aufbaukosten von 200 000 Euro vorgesehen. Für 2016 wurden 500 000 Euro für eine Geschäftsstelle und zwei Professuren eingeplant.

Für das Folgejahr verpflichtet sich die Landesregierung, 2,2 Millionen Euro für bis zu fünf Professuren und eine Geschäftsstelle zur Verfügung zu stellen. Insgesamt soll der Campus mit zwölf Professuren ausgestattet werden.

"Damit verfügt der Verbund dann mit den bislang schon an den staatlichen Hochschulen und der staatlich anerkannten medizinischen Hochschule vorhandenen Professuren über eine relevante Forschungsstruktur, um perspektivisch Drittmittel einwerben zu können", so die federführende Landeswissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD).

Die MHB begrüßt die Regierungspläne. "Nachdem es in den vergangenen Wochen und Monaten ja eher etwas still um den Gesundheitscampus Brandenburg geworden war, freuen wir uns nun umso mehr, dass dieses sowohl für das Land Brandenburg als auch für uns als beteiligte Hochschule so wichtige Vorhaben konkrete Züge annimmt", so MHB-Gründungsdekan Professor Dieter Nürnberg.

Der Prodekan für Forschung und Lehre der MHB, Professor René Mantke wertet die Gründung des Gesundheitscampus Brandenburg als Meilenstein für die MHB. Sie sei "ein wichtiger und richtiger Schritt in Richtung Sicherung der medizinischen Versorgungsqualität und Unterstützung der Forschungsvernetzung im Land".

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