Ärzte Zeitung, 23.07.2015

Brustkrebs

Positives Fazit für Vier-Augen-Diagnose

KIEL. Zehn Jahre nach dem flächendeckenden Start der Qualitätsgesicherten Mamma-Diagnostik (QuaMaDi) haben KV und Krankenkassen im Norden ein positives Fazit gezogen.

Insgesamt wurden in zehn Jahren 724.000 Untersuchungen vorgenommen und bei mehr als 13.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert - in aller Regel in einem frühen Stadium.

KV-Chefin Dr. Monika Schliffke nutzte das Jubiläum, um auf die Vorteile des in dieser Form nur in Schleswig-Holstein bestehenden Angebotes für Frauen aufmerksam zu machen.

"Je eher Brustkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen der Frauen. Darum ist eine frühe und sichere Diagnostik wichtig", sagte Schliffke.

Thomas Haeger, Landesdirektor der AOK Nordwest und Vorsitzender des landesweiten Netzwerkes "betrifft Brust", will erreichen, dass sich alle Frauen von QuaMaDi angesprochen fühlen, bei denen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko vorliegt und der Arzt eine genauere Untersuchung für erforderlich hält.

Zugang zum Behandlungsprogramm erhalten die Frauen über die mehr als 360 niedergelassenen Gynäkologen und gynäkologisch tätigen Hausärzte, die sich an QuaMaDi beteiligen.

Der Frauenarzt stellt nach einer Untersuchung fest, ob eine Mammografie oder zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind. Zwei radiologisch tätige Ärzte beurteilen unabhängig voneinander die Mammografien und ergänzenden Aufnahmen.

Mit diesem Vier-Augen-Prinzip sollen die Diagnose verbessert und unnötige operative Eingriffe sowie stationäre Behandlungen vermieden werden.

Die wissenschaftliche Begleitung durch das Institut für Krebsepidemiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck zeigt, dass die Tumorentdeckungsrate durch die unabhängige Zweitbefundung und den Einsatz zusätzlicher Ultraschallaufnahmen um rund 16 Prozent gesteigert werden konnte. 2014 waren in Schleswig-Holstein rund 3400 Frauen neu an Brustkrebs erkrankt. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »