Ärzte Zeitung, 23.07.2015

Krankenhäuser

Große regionale Unterschiede bei den Kosten

Kreislauferkrankungen sind die häufigste Ursache für einen Klinikaufenthalt. Das geht aus dem Krankenhaus-Report der Barmer GEK hervor. Er zeigt auch: Die Kosten für einen Klinikaufenthalt variieren je nach Bundesland stark.

Von Susanne Werner

Große regionale Unterschiede bei den Kosten

Die Behandlung im Krankenhaus kostet unterschiedlich viel - je nachdem, wo die Patienten in die Klinik gehen.

© Alex Tihonov / fotolia.com

BERLIN. Die Zahl der Einweisungen ins Krankenhaus ist seit 2006 um 7,3 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen Krankenhaus-Report der Barmer GEK hervor.

Erkrankungen des Kreislaufsystems stehen demnach bei den Diagnosen an der Spitze. Mit 36,9 Fällen auf 1000 Versichertenjahre sind Männer davon deutlich häufiger betroffen als Frauen mit 29,3 Fällen auf 1000 Versichertenjahre.

Die durchschnittliche Verweildauer in den Krankenhäusern ist dem Bericht zufolge seit 2006 um 12 Prozent gesunken und lag 2014 bei rund 7,7 Tagen.

Krankheiten des Verdauungstraktes sind die zweithäufigsten, Neubildungen die dritthäufigsten Diagnosen bei einer stationären Aufnahme. Auch hier sind Männer häufiger betroffen als Frauen.

Bei den Verdauungsbeschwerden stehen sie mit 24,4 Fällen auf 1000 Versichertenjahre, bei den Neubildungen mit 22,4 pro 1000 Versichertenjahre vor den Frauen (22,0 Fällen je 1000 Versichertenjahre bei beiden Diagnosen).

Auch bei psychischen Diagnosen und Verhaltensstörungen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 16,3 der Fälle je 1000 Versichertenjahre betreffen Männer und 14,4 Fälle Frauen.

Kreislauf und Krebs sind teuer

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in den Kosten. Für Krankheiten des Kreislaufsystems fallen die höchsten Ausgaben an.

Für betroffene Männer liegen sie bei 199 Euro je 1000 Versichertenjahre, für Frauen bei 126 Euro. Auch bei den Krebsdiagnosen liegen die Ausgaben für die Behandlung der Männer mit 116 Euro etwas höher als die der Frauen mit 108 Euro je 1000 Versichertenjahre. Die Ausgaben für psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen folgen auf dem dritten Platz.

Hier dreht sich das Verhältnis der Geschlechter, denn mit 83 Euro je 1000 Versichertenjahre ist demnach die Behandlung der Männer etwas günstiger als die der Frauen (94 Euro je 1000 Versichertenjahre).

Studienautorin Eva Maria Bitzer, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, verwies bei der Vorstellung der Daten in Berlin darauf, dass psychische Diagnosen der häufigste Grund für eine lange stationäre Behandlung sind. Betroffene Männer verbringen deswegen im Durchschnitt 19,5 Tage, betroffene Frauen 25,5 Tage in einer Klinik.

Zum Vergleich: Bei Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten bleiben männliche Patienten im Durchschnitt 8,5 Tage, Patientinnen 6,8 Tage in einer Klinik.

Der Krankenhaus Report macht auch regionale Unterschiede sichtbar: Demnach haben Krankenhäuser in Baden-Württemberg mit 187,2 Krankenhausfällen den niedrigsten, Thüringen mit 239,3 Fällen je 1000 Versichertenjahre den höchsten Wert bei den Fallzahlen.

Sparsamer Südwesten

Nordrhein-Westfalen wiederum führt mit 1860,7 Tagen die Rangliste bei den Behandlungstagen an, Baden-Württemberg ist mit 1461,6 Krankenhaustagen erneut Schlusslicht.

Auch bei den Kosten erweist sich der Südwesten als sparsam: Mit 761 Euro für eine vollstationäre Krankenhausbehandlung je Versicherten sind die Kliniken in Baden-Württemberg am günstigsten, Thüringen mit 908 Euro und NRW sind mit 910 Euro wiederum die Spitzenreiter.

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