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Aktionsbündnis Patientensicherheit

Gute Kommunikation macht Behandlungen sicherer

Die hierarchischen Strukturen im Gesundheitswesen erschweren eine gute Kommunikation. Darauf verweisen Experten des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Beschäftigte trauen sich oft nicht, Fehler offen anzusprechen. Genau das würde die Gefahr von Behandlungsfehlern deutlich mindern.

Von Susanne Werner Veröffentlicht:
Angstfreie Kommunikation hilft bei der medizinischen Versorgung viele Fehler zu vermeiden.

Angstfreie Kommunikation hilft bei der medizinischen Versorgung viele Fehler zu vermeiden.

© Maskot/Image Source

BERLIN. Eine schlechte Kommunikation im Gesundheitswesen kann für Patienten gefährlich werden. Nach Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) könnte mindestens jeder vierte Behandlungsfehler vermieden werden, wenn Ärzte, Pflegekräfte und Patienten sich im Vorfeld besser und umfassender ausgetauscht hätten. "Defizite in der Kommunikation sind bei etwa 25 bis 80 Prozent der unerwünschten Ereignisse die eigentliche Ursache", sagt APS-Geschäftsführer Hardy Müller.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass rund 28,6 Millionen von 43 Millionen Schadensfällen weltweit im Gesundheitswesen auf menschliche Fehler zurückzuführen sind. Rund sieben bis 23 Millionen davon würden bei einer besseren Kommunikation in Kliniken und Praxen erst gar nicht auftreten.

Eine der größten Hürden für eine gelungene Kommunikation sieht Dr. Ruth Hecker, stellvertretende APS-Vorsitzende, in den Strukturen des Gesundheitswesens. "Die ausgeprägte Hierarchie verhindert, dass Fehler offen angesprochen werden", erklärte die Fachärztin, die am Uniklinikum Essen fürs Qualitätsmanagement verantwortlich ist. Vor allem Pflegekräfte und Ärzte müssten darin ermutigt werden, Bedenken selbst bei der geringsten Unsicherheit zu äußern.

Wann fallen Fehler auf?

Als Beispiel nannte sie vertauschte Klebeetiketten mit Patientendaten in der Notfallambulanz, Unklarheiten bei der Übergabe der Patienten oder auch bei telefonischen Anordnungen. Zuweilen zeigte sich erst in der Nachbesprechung, dass einzelne Kollegen die Verwechslung aufgefallen war oder die Unsicherheiten gespürt hatten, dies jedoch nicht unmittelbar angesprochen hatten.

Das APS will nun mit dem Kommunikationskonzept "Saccia" dazu beitragen, die Kommunikation im Gesundheitswesen zu verbessern. Die englische Abkürzung steht – übertragen ins Deutsche – für Suffizienz (Sufficiency), Richtigkeit (Accuracy), Klarheit (Clarity), Kontextbezug (Contextualization) und zwischenmenschliche Anpassung (Interpersonal Adaption). Praktisch gesprochen bedeutet es, dass Ärzte, Pflegekräfte und Patienten umfassend, klar, deutlich, bezogen auf die konkrete Situation und angepasst an den jeweiligen Gesprächspartner miteinander kommunizieren sollten. Das APS empfiehlt, die Saccia-Kompetenzen bereits in den Ausbildungen der Gesundheitsberufe aufzunehmen und zu trainieren. Anlässlich des 3. Internationalen Tages der Patientensicherheit am 17. September hat das APS auch einen Patienten-Ratgeber mit dem Titel "Reden ist der beste Weg" veröffentlicht.

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