Ärzte Zeitung, 15.05.2008

Privatvergütung doppelt so hoch wie GKV-Honorar

NEU-ISENBURG (ava). Ärzte bekommen für die Behandlung von Privatpatienten durchschnittlich mehr als doppelt so viel wie für gesetzlich Versicherte. Zu diesem Ergebnis kommen die Gesundheitsökonomen Professor Jürgen Wasem, Professor Stefan Greß und Anke Walendzik in einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie.

Umgerechnet auf die Gesamtheit aller Versicherten summiert sich die Vergütungsdifferenz auf 3,6 Milliarden Euro pro Jahr. Für die gleiche Leistung zahlt eine Privatversicherung einem niedergelassenen Arzt demnach das 2,28-Fache des Honorars, das er von einer gesetzlichen Krankenkasse erhält. Bei Radiologen, Internisten oder Kinderärzten sei der Aufschlag sogar noch höher, so die Wissenschaftler bei der Vorstellung der Studie.

"Nicht überraschend" findet es der Fuldaer Hochschullehrer Greß daher, wenn Studien zu dem Ergebnis kommen, dass privat versicherte Patienten in der ambulanten Versorgung kürzere Wartezeiten haben als GKV-Versicherte. Schließlich setze das Vergütungssystem "massive Anreize für die bevorzugte Behandlung von Privatpatienten".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »