Kommentar

Die Krux mit dem Durchschnitt

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Vertragsärzte, die mit ihren Spezialisierungen nicht in die Norm passen, haben es schwer. Das neue Honorarsystem mit der Budgetierung der freien Leistungen in den qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) hat nämlich eine Schwäche: Die Budgets werden letztlich nach dem Durchschnitt der Ärzte bemessen, die eine Leistung erbringen.

Damit fällt etwa ein Hausarzt, der vor allem psychotherapeutische Leistungen erbringt und mit Fallwertzuschlägen bisher ganz gut leben konnte, ganz leicht aus dem Raster. Wenn er jetzt ein QZV zugeteilt bekommt, unterscheidet es sich erstmal nicht von dem des Kollegen um die Ecke, der nur wenige Patienten psychotherapeutisch betreut. Dieser Arzt gewinnt durch sein QZV, weil er es mit anderen Leistungen auffüllen kann, der spezialisierte Arzt muss dagegen um seine Existenz bangen. Ähnlich ist es mit einem Arzt, der seinen Patienten Tag und Nacht zur Verfügung steht und deshalb viele dringende Besuche erbracht hat - bisher unbudgetiert.

Die KVen sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden, alle Sonderfälle gerecht zu behandeln und Praxisbesonderheiten zuzuteilen. Aber zu bedenken ist: Ärztliches Handeln ist nicht normierbar. Letztlich profitieren die Patienten von der Vielfalt der Versorgung.

Lesen Sie dazu auch: Dauerbaustelle EBM: Ärzte haben viele Fragen zum QZV

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Frau hat Schmerzen im Unterbauch aufgrund einer Blasenentzündung und hält sich mit der Hand den unteren Bauch.

© Aleksandr Rybalko / stock.adobe.com

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!