Ärzte Zeitung, 22.03.2011

Kommentar

Hausgemachte Probleme

Von Ilse Schlingensiepen

Seit Einführung der Versicherungspflicht sind die privaten Krankenversicherer mit einem neuen Risiko konfrontiert: Kunden, die ihre Beiträge nicht bezahlen. Früher konnten die Unternehmen solchen Versicherten kündigen. Das geht heute nicht mehr.

Deshalb nehmen Versicherer seit neuestem die Zahlungsfähigkeit neuer Kunden unter die Lupe. Ganz ablehnen können die Unternehmen Interessenten zwar nicht. Annahmezwang besteht aber nur für den Basistarif. Er ist teuer und unattraktiv - zumindest für ehrliche Kunden, die nicht schon mit der Absicht kommen, die Police nicht zu bezahlen.

Die veränderte Gesetzeslage zwingt die PKV-Branche, sich mit einem hausgemachten Problem auseinanderzusetzen. Denn jetzt rächt sich die Strategie mancher Anbieter, auf Teufel komm 'raus Neugeschäft zu generieren - mit Billigtarifen, die mit privater Krankenversicherung kaum noch etwas zu tun haben und bei Kunden, die eigentlich nicht in die PKV gehören. Es ist gut, dass die Unternehmen die Folgen dieser Vertriebspolitik jetzt am eigenen Leib zu spüren bekommen und nicht mehr auf die so angelockten Kunden abwälzen können, die früher einfach ohne Versicherungsschutz da standen.

Lesen Sie dazu auch:
Allianz Private Krankenversicherung: Bonität von Neukunden unter der Lupe

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »