Ärzte Zeitung, 02.06.2011

PKV-Verband: 14 Prozent mehr Honorar für Zahnärzte

Die Zahnärzte haben über eine zu geringe Honorarsteigerung durch die neue GOZ geklagt. Der PKV-Verband sagt jetzt: Die Zahlen sind viel höher.

KÖLN (iss). Durch die Neugestaltung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) werden die Zahnärzte eine deutlich höhere Honorarsteigerung erhalten als vom Bundesgesundheitsministerium veranschlagt. Davon geht der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) aus. Er rechnet mit einem Mehrhonorar für die zahnärztliche Versorgung von mindestens 14 Prozent.

Der damalige Gesundheitsminister Philipp Rösler hatte im März der "Ärzte Zeitung"angekündigt, dass die technisch notwendigen Anpassungen in der GOZ voraussichtlich zu einer Honorarsteigerung von etwa sechs Prozent führen werden. Nach Angaben des PKV-Verbands ist das Ministerium bei dieser Schätzung davon ausgegangen, dass die Zahnärzte künftig seltener als bislang den 2,3-fachen Regelhöchstsatz überschreiten werden.

"Alle Erfahrung zeigt, dass im Gegenteil immer öfter immer höhere Steigerungssätze angewendet werden", sagt Verbandssprecher Stefan Reker der "Ärzte Zeitung". Bezogen auf den Umsatz habe sich der Einsatz von Steigerungsfaktoren über dem 2,3-Fachen von 2000 bis 2009 um fast 65 Prozent erhöht.

Bleibe es bei diesem Trend, kämen auf die sechs Prozent ein weiteres Honorarplus von acht Prozent, so Reker. Außerdem sei zu erwarten, dass die Zahnärzte auch bald zu einzelnen Gebührenposition "Abrechnungsoptimierungen" entwickeln werden, die zu einer weiteren Kostensteigerung führen werden. "Die Klagen der Zahnärzte über einen angeblich zu geringen Honorarzuwachs sind unangebracht."

Die Folgen der Honorarsteigerungen träfen nicht nur Privatpatienten, betont Verbandssprecher Reker. Auch viele gesetzlich Versicherte müssten die finanziellen Folgen dieser Entwicklung durch einen steigenden Selbstzahleranteil beim Zahnersatz mittragen.

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