Ärzte Zeitung, 14.06.2011

Kommentar

Prävention versus Honorareinbußen

Von Monika Peichl

Es mag gute Gründe geben, die Gesundheitsvorsorge in den Betrieben zu stärken und dafür Geld in die Hand zu nehmen, wie es in der Studie der Unternehmensberatung Booz & Company vorgeschlagen wird. Dass auch in die Präventionstöpfe der ambulanten Versorgung gelangt werden soll, kann den niedergelassenen Ärzten nicht gefallen.

Es ist nicht zu erwarten, dass sie die Idee begrüßen, sie sollten dieses relativ attraktive Vergütungssegment mit Betriebsärzten und arbeitsmedizinischen Diensten teilen.

Die kurative Medizin bliebe weiterhin ihre Domäne, und den Niedergelassenen würden aus der betrieblichen Vorsorge Patienten zugeführt, die sonst einen Bogen um Arztpraxen machen, wird argumentiert. Aber kompensiert das die möglichen Abflüsse aus der Vergütung für Präventionsleistungen? Wer das durchsetzen will, wird Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Dazu kommt: Dass Prävention auf mittlere oder lange Sicht Kosten einspart, klingt immer plausibel, ist aber nicht leicht zu belegen. Erst einmal verursachen solche Maßnahmen neue Kosten. Man kann viel Sympathie für den betrieblichen Ansatz haben, doch dass er im GKV-System derzeit viele Freunde finden wird, ist nicht sehr wahrscheinlich.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Prävention spart Unternehmen bares Geld

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