Donnerstag, 24. April 2014
Ärzte Zeitung, 13.07.2011

Für Praxen gilt jetzt eine neue Heilmittel-Richtlinie

Der GBA lockert die Spielregeln für die langfristige Verordnung von Heilmitteln. Nun dürfen Ärzte bei Patienten mit schweren funktionellen Störungen auch über ein Jahr verordnen.

Für Praxen gilt jetzt eine neue Heilmittel-Richtlinie

Nach der neuen Richtlinie dürfen die Verordnungen länger gelten.

© Dmitriy Shironosov / shutterstock

NEU-ISENBURG (reh). Seit 1. Juli ist die neue Heilmittel-Richtlinie in Kraft. Einer der wesentlichen neuen Punkte steckt in Paragraf acht der Richtlinie: Demnach können Vertragsärzte bei Patienten mit schweren, dauerhaften funktionellen und strukturellen Schädigungen auch außerhalb des Regelfalles Heilmittel langfristig - über die Dauer eines Jahres hinaus - verordnen.

Und zwar ohne dass sie dies gesondert begründen müssen. Allerdings benötigen die Patienten für die Dauerverordnung eine Genehmigung ihrer Kassen.

Mit der neuen Richtlinie setzt der GBA die geplante Entbürokratisierung in der Heilmittel-Verordnung nun um. Änderungen ergeben sich zudem für die Ergotherapie (Paragraf 12, Abs. 7): Hier kann künftig die Verordnungsmenge je Verordnungsblatt auch auf zwei vorrangige Heilmittel aufgeteilt werden, soweit der Heilmittelkatalog dies vorsieht.

Dabei darf allerdings die maximale Verordnungsmenge je Verordnungsblatt und die Gesamtverordnungsmenge insgesamt nicht überschritten werden. Und: Die gleichzeitige Verordnung von Heilmitteln aus den Abschnitten D, E, F und G der Heilmittel-Richtlinie ist bei entsprechender Indikation zulässig. Die Heilmittel müssen aber auf getrennten Vordrucken verordnet werden.

Die Änderung von Absatz 3c in Paragraf 19 stellt laut der KV Brandenburg zudem klar, dass die KG-Mukoviszidose (KG-Muko) nicht mehr nur zur Behandlung von pulmonalen Schädigungen bei einer vorliegenden Mukoviszidose verordnet werden kann. Sie sei auch bei anderen schweren Lungenerkrankungen, die sich von der Leitsymptomatik ähnlich wie eine Mukoviszidose präsentieren, verordnungsfähig.

www.g-ba.de/informationen/richtlinien/12/

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Hautkrebs: Schützt viel Sonne vor Melanomen?

Es scheint paradox: Wer von Kind an häufig in der Sonne ist, hat offenbar ein geringes Melanomrisiko. Das zeigt eine deutsche Fall-Kontroll-Studie. mehr »

Hepatitis-C-Therapie: Ein Prototyp für erfolgreiche Forschung

Ohne neue Forschung droht der Medizin irgendwann Stillstand. Doch nicht immer gelingt der Schritt aus der Wissenschaft in die Praxis. Deswegen macht der Internistenkongress "Forschung wird zu Medizin" zum Leitthema. Ein Paradebeispiel dafür sind die neuen Therapien gegen Hepatitis C. mehr »

Kaffeetrinker: Seltener Leberzirrhose durch Alkohol

Kaffee schützt die Leber offenbar vor den Folgen von Alkohol und falscher Ernährung: Regelmäßiger Konsum senkt das Risiko, an einer nicht viral bedingten Zirrhose zu sterben. Für Tee gilt das nicht. mehr »