Ärzte Zeitung, 15.07.2012

Kommentar

Neue Baustelle für die PKV

Von Ilse Schlingensiepen

Mit einer Studie haben die privaten Krankenversicherer gerade gezeigt, dass die PKV kein Hort der Gutverdiener ist. Nur jeder Fünfte hat ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Angesichts des wachsenden politischen und öffentlichen Drucks kamen den Branchenvertretern die Studienergebnisse gelegen. Sie hoffen, damit den Vorwurf der sozialen Kälte und der Förderung der Zwei-Klassen-Medizin zu entkräften.

Die Untersuchung hat aber gleichzeitig eine Schwachstelle beleuchtet, die immer deutlicher zu Tage tritt: Es haben offensichtlich viele Menschen eine private Vollversicherung, die sich das eigentlich gar nicht leisten können.

Diese Versicherten haben nicht nur Schwierigkeiten, ihre Prämien zu bezahlen. Ihre finanzielle Situation hindert manche auch daran, sich in der Apotheke die benötigten Arzneimittel zu besorgen.

Bei hohen Preisen etwa für Krebsmedikamente nutzt die spätere Erstattung durch den Versicherer nichts, weil einfach das Bargeld fehlt. Wegen der hohen Summen hat die PKV bei der Klinikbehandlung bereits auf die Kostenerstattung verzichtet.

Nun entsteht auch bei einer niedrigeren Schwelle Handlungsbedarf. Lange werden ihn die Versicherer nicht ignorieren können.

Lesen Sie dazu auch:
Teure Medikamente: Verarmte Privatpatienten geraten in Not

[15.07.2012, 20:06:45]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Danke für den Kommentar, Frau Schlingensiepen!
Und für Ihren Bericht "KÖLN (iss)" dazu. Denn mir wird immer vorgeworfen, ich sei zu einseitig voreingenommen gegenüber der PKV. Dabei berichte, recherchiere und kommentiere ich nur, was meine Privatpatienten so alles über ihre PKV-Versicherungsgesellschaften erzählen bzw. ich im Schriftwechsel mit privaten Krankenversicherern erlebe.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »