Ärzte Zeitung online, 24.07.2013

Online-Abrechnung

Am SafeNet führt kein Weg vorbei

Nicht nur die Pflicht zur Online-Abrechnung: Ärzte im Saarland müssen ab 2014 auch verbindlich den KV-SafeNet-Anschluss für ihre Quartalsabrechnung nutzen.

Von Rebekka Höhl

Am SafeNet führt kein Weg vorbei

Seit diesem Monat gilt für die knapp 2000 saarländischen Ärzte bereits die Pflicht zur Online-Abrechnung.

© Dron / fotolia.com

SAARBRÜCKEN. Für Ärzte im Saarland wird es nun tatsächlich ernst. Sie müssen ab diesem Quartal ihre Abrechnung online an die KV übermitteln. Dabei stehen ihnen bis Jahresende noch zwei Übermittlungswege zur Verfügung.

Mit einem können sie die KV-SafeNet-Anbindung noch umgehen. Doch spätestens ab 2014 wird es ohne den SafeNet-Anschluss dann doch nicht mehr gehen, das zeigt ein Rundschreiben der KV an ihre Mitglieder.

Beschlossen wurde die Pflicht zur Online-Abrechnung bereits am 15. Mai (wir berichteten) auf der KV-Vertreterversammlung in Saarbrücken. Und zwar mit großer Mehrheit.

Obwohl es vorher einige kritische Stimmen gegen die Abrechnung via sicherer Online-Anbindung gab.

Und sich nicht zuletzt bei einer nicht-repräsentativen Befragung unter den KV-Mitgliedern, die der Nervenarzt Dr. Thomas Kajdi gestartet hatte, 95 Prozent der 146 Umfrageteilnehmer gegen den Online-Zwang ausgesprochen hatten. 90 Prozent äußerten zudem datenschutzrechtliche Bedenken.

Ohne speziellen Router geht es nicht

Gerade Letzteres greift die KV in ihrem Brief an ihre Mitglieder auf. Sie erklärt sehr genau, dass bei der KV-SafeNet-Lösung ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) aufgebaut wird, auf das nur registrierte bzw. berechtigte Teilnehmer zugreifen können.

"Dies gewährleistet eine vor Zugriffen von außen gesicherte Datenübertragung", schreibt die KV.

Damit das Ganze funktioniert, müssen die Praxen aber Geld in die Hand nehmen. Denn sie benötigen für den Zugang zum SafeNet einen speziellen Router.

Außerdem braucht es - falls die Praxis nicht schon darüber verfügt - eine Online-Datenleitung, die der Router nutzen kann, um die Verbindung zum SafeNet aufzubauen.

Steht die Technik für diese Hardware-basierte Lösung, können die Praxen aber auch die One-Click-Abrechnung direkt aus der Praxis-Software heraus nutzen. Diese müssen die Software-Anbieter verbindlich bis Ende des Jahres in ihre Systeme integrieren, dazu wurden sie von der KBV verpflichtet.

Die Lösung mit dem "grünen Stick"

Der Vorteil für die Praxen: Da den Softwarehäusern als Übertragungsweg verbindlich der Kommunikationskanal KV-Connect, der von der Telematik-Arbeitsgemeinschaft der KVen entwickelt wurde, vorgeschrieben wird, können die Praxen neben der Abrechnung weiterer Funktionen nutzen.

So seien etwa die Kommunikation via elektronischem Arztbrief direkt aus der Praxis-EDV, elektronische Laborberichte oder sogar das praxisübergreifende Nutzen von elektronischen Fallakten möglich, erklärt die KV Saarland.

Die zweite Alternative für die Online-Abrechnung ist die Software-basierte VPN-Lösung mit dem "grünen KV-Stick". Über den grünen bzw. USB-Stick, auf dem sich eine spezielle Software - eine sogenannte VPN-Client-Software - befinde, werde eine sichere Verbindung zum KV Saarland Online-Portal hergestellt, erklärt die KV.

Und darüber können die Praxen ihre Daten dann übermitteln. Der Vorteil, die Verbindung kann über einen Internet-PC außerhalb der Praxis hergestellt werden. Es würde also der private Internetanschluss des Arztes genügen.

Das Problem: Die Stick-Variante ist zumindest für die Übermittlung der Abrechnungsdaten nur noch bis Ende des Jahres möglich.

Bereits im ersten Quartal 2014 müssen die Praxen auf die One-Click-Abrechnung und damit aufs KV-SafeNet umsteigen. Das habe die Vertreterversammlung so verbindlich vorgeschrieben, heißt es.

Umsteiger erhalten finanzielle Unterstützung

Aber: Es gibt laut KV auch nur noch rund 30 Prozent der saarländischen Praxen, die noch nicht online abrechnen. Und die Umsteiger können finanzielle Unterstützung bekommen.

Ärzte, die noch vor dem 1. Quartal 2014 auf die One-Click-Abrechnung umstellen, erhalten eine einmalige Förderung von 200 Euro als Zuschuss für den KV-SafeNet-Router, so die KV. Diese Förderung sei zwar bislang auf die ersten 500 Praxen begrenzt.

Es gebe aber bereits Überlegungen, diese Förderung auf alle Praxen auszudehnen, die bis zu einem bestimmten Stichtag - dieser steht noch nicht fest - die Beantragung eines SafeNet-Anschlusses nachweisen, heißt es in dem Schreiben.

Ebenfalls gefördert werden laut KV die Leitungskosten fürs SafeNet. Ab dem Zeitpunkt der ersten Abgabe der One-Click-Abrechnung könne es zusätzlich 10 Euro pro Monat geben.

Die KV gibt aber noch einen wichtigen Hinweis - vor allem für Praxen, die sich um den Datenschutz sorgen: Die Praxen sollten unabhängig vom Zugangsweg auf jeden Fall darauf achten, den Virenschutz und die Firewall auf ihren Rechnern aktuell zu halten.

Denn Malware können sich die Praxen nicht nur durch Internetrecherchen bzw. Online-Verbindungen, sondern auch durch externe Datenträger einfangen.

Es kann allerdings in Einzellfällen von der Pflicht zur Online-Abrechnung und SafeNet-Anbindung abgesehen werden. Dann etwa, wenn eine Praxisabgabe bereits geplant ist, so die KV. Die Ärzte müssen dafür jedoch einen Antrag bei der KV stellen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »