Ärzte Zeitung, 18.12.2013

EBM-Ziffer 03040

Fallzahl entscheidet über Zuschlag

NEU-ISENBURG. Je nach Fallzahl werden bei Ansatz der Vorhaltepauschale (EBM-Nr. 03040 / 04040) Zu- oder Abschläge gezahlt: Bei mehr als 1200 Behandlungsfällen je Arzt gibt es einen Zuschlag von 10 Prozent und einen Abschlag von 10 Prozent bei weniger als 400 Behandlungsfällen je Arzt.

Bei Kooperationen ist die Berechnung relativ kompliziert: Für den Zu- oder Abschlag berechnet sich die Behandlungsfallzahl je Arzt, indem man die Gesamtbehandlungsfallzahl der Praxis durch die Anzahl der Zulassungen teilt; dabei spielt es keine Rolle, wer wie viele Fälle behandelt.

Dieses Ergebnis entscheidet über Zu- oder Abschlag. Im zweiten Schritt werden dann die Behandlungsfälle von der Gesamtbehandlungsfallzahl abgezogen, für die aufgrund spezieller Leistungen die Pauschale nicht vergütet wird. Auch wenn dadurch die Behandlungsfallzahlen je Arzt unter 1200 oder unter 400 Fälle rutscht, hat dies keine Auswirkung auf Zu- oder Abschlag.

Ein Beispiel: In einer Zweier-BAG mit zwei vollen Sitzen liegt die Gesamtfallzahl bei 2450. Damit kommen 1225 Behandlungsfälle auf jeden Arzt, es wird ein Zuschlag von 10 Prozent gezahlt.

Angenommen, durch Spezialbehandlungen, etwa Akupunktur, wird die Nr. 03040/ 04040 für 150 Fälle nicht gezahlt. Dennoch bleibt es bei dem Zuschlag von 10 Prozent - allerdings wird dieser dann nur auf 1150 Behandlungsfälle gewährt, nicht auf alle Behandlungsfälle. (hpa)

[18.12.2013, 14:33:29]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Der neue Hausarzt-EBM der KBV ist zum Davonlaufen!
Ein weiteres Andreas-Köhler- und Regina-Feldmann-Desaster: Welcher Rechts- und Gesetzes-ferne Teufel hat bloß die KBV-VV, die KVen und die KBV geritten, derartig absurde Zahlenkunststücke aufführen zu wollen.

Selbst die Medical Tribune (MT) schrieb am 12.11.2013 unter - http://www.medical-tribune.de/home/fuers-praxisteam/artikeldetail/ebm-ab-1200-behandlungsfaellen-gibt-s-mehr-honorar.html
unter dem Titel "EBM: Ab 1200 Behandlungsfällen gibt's mehr Honorar! - Ein Patient mehr kann einem Arzt rund 1700 Euro Honorar pro Quartal einbringen: Praxen mit über 1200 Behandlungsfällen erhalten mit dem neuen EBM einen 10%igen Aufschlag auf die Vorhaltepauschale." und weiter - "... für kleine Praxen mit weniger als 400 Scheinen, die einen Abschlag von 10 % auf die Vorhaltepauschale hinnehmen müssen. Statt 14 Euro erhalten sie bis zum 400. Patienten nur 12,60 Euro."

Dies ist formal und inhaltlich gänzlich un e r gründbar und un b e gründbar bzw. offenkundig Rechts-fehlerhaft. Denn es bedeutet eine rechtswidrige Ungleichbehandlung von kleineren und mittleren Praxen gegenüber Großpraxen, die mit Massenabfertigungen o h n e nachweisbar bessere Versorgungsqualität arbeiten müssen. Im Übrigen gibt es k e i n e substanziell-begründbare Unterschiede zwischen Hausarztpraxen mit 1.199 und 1.201 Scheinen im Quartal - außer Honorar-Dilettantismus und -Protektionismus! Hier sind endgültig die Aufsichtsgremien der zuständigen Landesgesundheitsminister bzw. die ordentliche Gerichtsbarkeit gefragt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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