Ärzte Zeitung online, 04.03.2014

KV Hessen fordert

Schluss mit Reformen des Hausarzt-EBM

Die VV der KV Hessen hat eine Resolution zum Ende der Umbauarbeiten am hausärztlichen EBM beschlossen. Begründung: In der Umsetzung hätten sich handwerkliche Unsauberkeiten gezeigt.

Schluss mit Reformen des Hausarzt-EBM

Ärztliche Vergütung: Der aktuelle EBM für den hausärztlichen Bereich soll nach Meinung der KV Hessen so bleiben wie er ist.

© Uwe Bumann / fotolia.com

FRANKFURT. Die KV Hessen fordert ein Ende der Reformen am Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für den hausärztlichen Bereich.

In einer Resolution, die bereits vor zwei Wochen in der nicht-öffentlichen Vertreterversammlung gefasst und erst jetzt veröffentlicht wurde, lehnen die Vertreter die geplanten Weiterentwicklungen "entschieden" ab.

Grund sei, dass die Umsetzung seit dem 1. Oktober 2013 in den KVen Baden-Württemberg, Bremen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen inzwischen "die handwerklichen Unsauberkeiten des aktuellen EBM zeigen", heißt es in der Resolution weiter.

Dieser "Honorar-Blindflug" sei den hessischen Hausärzten "weder zumutbar noch vermittelbar", heißt es in einer Mitteilung der KV.

Ungelöster Impfstreit

Auf der nicht-öffentlichen Vertreterversammlung wurde dem Vernehmen nach ebenso über die Entscheidung des Bundessozialgerichts zur Erweiterten Honorarverteilung (EHV) diskutiert.

Die bundesweit einmalige Umlage zur Altersversorgung muss nach dem Richterspruch vor zwei Wochen wahrscheinlich erneut justiert werden. Allerdings werde die KV dafür die schriftliche Urteilsbegründung abwarten, hieß es.

Die KV geht davon aus, dass es etwa drei Monate dauere, bis das Dokument vorliegt. Erst danach könnten die Überlegungen zu einer weiteren Reform beginnen.

Ungelöst bleibt zunächst ebenfalls der Impfstreit mit den Kassen in Hessen. Die KV liegt, mit Ausnahme der AOK, mit allen Kassen im Klinsch und drohte kürzlich mit einem vertragslosen Zustand ab dem zweiten Quartal. Zwar hätten Gespräche auf höchster Ebene stattgefunden, aber noch seien keine Ergebnisse erzielt.

Auf Ergebnisse oder zumindest eine positive Gesprächsatmosphäre hoffen KV und Kassen auch bei den Honorarverhandlungen für 2014, die vergangenen Montag fortgesetzt wurden.

Im vergangenen Jahr konnten sich KV und Kassen erst im Dezember nach zähen Verhandlungen und einem Schiedsspruch auf das Honorar für 2013 einigen. (bee)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »