Ärzte Zeitung, 05.05.2015

Honorare

Neuer EBM zahlt sich für Hausärzte aus

Die neuen Leistungen in der geriatrischen und palliativmedizinischen Versorgung haben den Honorarumsatz je Hausarzt im 4. Quartal 2013 steigen lassen. Doch auch die Neurologen und Psychiater dürfen sich über kräftige Zuwächse freuen.

Von Hauke Gerlof

Neuer EBM zahlt sich für Hausärzte aus

Im Bundesschnitt lag der Honorarumsatz je Arzt im 4. Quartal 2013 bei 51.886 Euro.

© thomas lehmann / iStock.com

BERLIN. Der überarbeitete EBM, der im Oktober 2013 eingeführt worden ist und vor allem neue Leistungen für Ärzte in der hausärztlichen Versorgung gebracht hat, zeigt Wirkung.

Im hausärztlichen Versorgungsbereich ist der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,9 Prozent gestiegen, je Behandlungsfall ist der Honorarumsatz um genau vier Prozent gestiegen.

Die insgesamt positive Entwicklung des Gesamtjahres ist also in den letzten drei Monaten 2013 nochmals verstärkt worden.

Ein Grund dafür ist nach dem Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Aufnahme neuer Leistungen für die hausärztliche geriatrische Betreuung sowie für die palliativmedizinische und sozialpädiatrische Versorgung. Für die neuen Leistungen waren zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt worden.

HzV verzerrt das Ergebnis

Über alle Fachgruppen hinweg stieg der Honorarumsatz je Arzt im vierten Quartal 2013 (siehe Tabelle) auf 51.886 Euro, was einem Plus von 4,0 Prozent entspricht. Je Behandlungsfall (siehe Tabelle) lag der Umsatz bei 61,91 Euro (plus 3,2 Prozent im Vorjahresvergleich).

Den höchsten Honorarumsatz je Fall erzielten die Ärzte in Bayern mit 67,45 Euro, den höchsten Umsatz je Arzt machten die Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern mit 62.033 Euro.

Besonders starke Zuwächse beim Honorarumsatz je Arzt verzeichneten Thüringen (plus 9,5 Prozent), Berlin (plus 7,1 Prozent), Nordrhein (plus 6,1 Prozent) und Bremen (plus 5,0 Prozent).

Die relativ niedrigen absoluten Werte beim Umsatz in Bayern und Baden-Württemberg werden allerdings durch die Bereinigung der Umsätze in den Hausarztverträgen verzerrt.

In Bayern wurden 66,6 Millionen Euro für die selektivvertragliche Versorgung bereinigt (plus 5,5 Millionen Euro im Vorjahresvergleich), in Baden-Württemberg waren es sogar 73,4 Millionen Euro (plus 6,4 Millionen Euro).

In den anderen KVen spielte die Bereinigung aufgrund von Selektivverträgen auch im Jahr 2013 nur eine untergeordnete Rolle.

Die Überschüsse aus vertragsärztlicher Tätigkeit, für deren Berechnung die KBV auf die vom Zentralinstitut ermittelten Kostensätze der einzelnen Fachgruppen zurückgreift, sind im 4. Quartal 2013 ebenfalls im Durchschnitt um genau vier Prozent gestiegen.

Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Neurologen (plus 18,2 Prozent) und die Psychiater (plus 16,1 Prozent). Zweistellig (jeweils plus 10,2 Prozent)legten außerdem die Nervenärzte und die HNO-Ärzte zu. Allgemeinärzte und hausärztliche Internisten kamen auf 5,2 Prozent Zuwachs.

Psychotherapeuten abgeschlagen

Den höchsten Überschuss aller Facharztgruppen verzeichneten die Hämatologen und Onkologen mit 46.553 Euro. Auch die anderen Schwerpunktinternisten - außer die Rheumatologen - kamen auf Quartalsüberschüsse von deutlich mehr als 30.000 Euro.

Allgemeinärzte und hausärztliche Internisten lagen mit 27.296 Euro im Mittelfeld, knapp hinter den Pädiatern. Mit einem Quartalsüberschuss von 13.078 Euro lagen die Psychotherapeuten weit abgeschlagen hinter den anderen Fachgruppen.

Hinter den Steigerungen steht letztlich der Zuwachs in der Gesamtvergütung in den KVen, die im 4. Quartal 2013 im Vorjahresvergleich um 328,5 Millionen Euro (plus 4,1 Prozent) gestiegen ist.

Die Steigerungen der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung werden regional zwischen Kassen und KVen vereinbart.

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