Ärzte Zeitung, 06.05.2015

Ärzte-Honorare

Steigende Einnahmen aus dem Extra-Topf

Ärztliche Leistungen zu festen Preisen zu vergüten - das ist erklärtes Ziel der KBV. Der aktuelle Honorarbericht zeigt eine Entwicklung in diese Richtung, denn: Der extrabudgetäre Vergütungsanteil steigt.

Von Hauke Gerlof

Immer mehr Einnahmen aus dem Extra-Topf

Mehr Honorar kommt jetzt aus dem Topf der Extrabudgetären Gesamtvergütung.

© zitze / fotolia.com

BERLIN. 33,166 Milliarden Euro haben die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) 2013 von den Krankenkassen als Gesamtvergütung erhalten, 3,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Das geht aus dem kürzlich vorgelegten Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.

Schlüsselt man die Gesamtvergütung auf nach der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) und der Extrabudgetären Gesamtvergütung (EGV), zeigt sich ein klarer Trend: Die EGV ist 2013 deutlich gewachsen, nämlich um rund zwei Milliarden Euro oder fast ein Viertel (siehe Tabelle).

Dagegen ist die MGV um fast 870 Millionen Euro geschrumpft (minus 3,7 Prozent).

Am stärksten fiel die Steigerung der EGV mit einem Plus von 45,9 Prozent in Berlin aus, am schwächsten in Mecklenburg-Vorpommern (plus 10,9 Prozent).

Damit ist der Teil des vertragsärztlichen Honorars, der von den KVen zu festen Preisen vergütet wird, weiter gewachsen. Im vierten Quartal 2013 lag der Anteil der MGV in den KVen zwischen 64,7 und 73,8 Prozent, heißt es im Honorarbericht, der Anteil der extrabudgetär bezahlten Honorare wuchs im Gegenzug auf 26,2 bis 35,3 Prozent.

EGV um 10,8 Prozent gestiegen

Ein Teil dieser Steigerungen geht auf die Ausdeckelung der antragspflichtigen Leistungen der Psychotherapie zum ersten Quartal des Jahres zurück. Doch selbst wenn man diesen Effekt herausrechnet, ist die Extrabudgetäre Gesamtvergütung laut KBV im vierten Quartal um 10,8 Prozent gestiegen.

Das hängt auch mit der Einführung der geriatrischen und palliativmedizinischen Leistungen für Hausärzte im vierten Quartal 2013 im Zuge der Einführung des neuen EBM zusammen.

Bekanntlich reichten die von den Kassen bereitgestellten Summen für das extrabudgetäre Honorar nicht aus, die Leistungsanforderungen der Hausärzte waren zuvor von den Vertragspartnern unterschätzt worden.

Je Versichertem ist die Gesamtvergütung 2013 nach dem Honorarbericht um 3,5 Prozent auf 474,65 Euro gestiegen, davon wurden 146,49 Euro extrabudgetär bezahlt.

Im Vergleich der KVen wurde mit 523,07 Euro die höchste Vergütung je Versichertem in Mecklenburg-Vorpommern gezahlt, besonders niedrig lag dieser Wert in Baden-Württemberg (439,32 Euro, vor allem aufgrund des Sondereffektes der Hausarztverträge) und in Westfalen-Lippe mit 446,76 Euro.

[06.05.2015, 22:01:02]
Gabriela Müller 
Falsches Bild der extrabudgetären Vergütung
Der Bereicht vermittelt den Eindruck, dass die extrabudgetäre Vergütung gestiegen ist. Das stimmt so nicht!!! Bekanntermaßen waren in 2013 andere Ereignisse dafür maßgeblich, nämlich die Senkung der Dialysensachkostenpauschalen. Die KBV hat bundesweit 20 Millionen eingespart. Dafür hat man die nephrologischen Leistungen Kapitel 13.3.6 in den extrabudgetären Bereich überführt. Das ist wohl klar, dass der EGV Bereich besser aussieht.Insgesamt sank das Honorar der Nephrologen um 5.7%. Dafür sind diese Leistungen aus der MGV herausgerechnet worden (Bereinigung). Folge MGV sinkt, EGV steigt. Der Bericht ist positiv formuliert als wäre ein Verdienst der KBV, dass das so ist. Im Grunde ist nur eine Verschiebung der Vergütungstöpfe aufgrund der gesetzlichen Änderungen.  zum Beitrag »

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