Ärzte Zeitung, 08.05.2015

Vergütung

KBV will ambulante Op attraktiver machen

BERLIN. Der Anteil der operativ tätigen Orthopäden ist von 44 Prozent im Jahr 2009 auf 39 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Bei den Chirurgen, die krankenhausersetzende Eingriffe durchführen, ging die Zahl von 97 auf 95 Prozent zurück. Das geht aus einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) von Donnerstagabend hervor.

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen zieht daraus den Schluss, dass das ambulante Operieren nicht genug gefördert werde. Bisher werden ambulante Operationen sowie prä- und postoperative Gebührenordnungspositionen extrabudgetär vergütet.

Für weitere begleitende Leistungen gebe es regional unterschiedliche Regelungen, viele Begleitleistungen, etwa Röntgen, Langzeit-EKG oder Schilddrüsenszintigrafie würden immer noch aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlt.

Jede Mengenausweitung gehe somit zu Lasten der Ärzte, heißt es in der Mitteilung. Die KBV will diese ergänzenden Leistungen bundeseinheitlich definieren. Damit könnten mehr Leistungen extrabudgetär vergütet werden. Ziel sei es, dass mehr Operationen ambulant statt stationär erfolgen. Denn den Patienten bleibe dadurch ein Krankenhausaufenthalt erspart und sie könnten in häuslicher Umgebung genesen.

Ambulante Eingriffe seien deutlich kostengünstiger als Op in der Klinik. "Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, darf es in diesem Bereich keine Begrenzung der Leistungsmenge geben", betont KBV-Chef Gassen. (ger)

[11.05.2015, 08:27:46]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
man hört ja, dass auch Heilpraktiker operieren dürfen
Eine "Gleichstellung" von staatlich finanzierten Krankenhäusern
bedeutet nichts anderes als eine geplante Vernichtung der niedergelassenen Chirurgen. zum Beitrag »
[10.05.2015, 16:46:54]
Dr. Wolfgang Bensch 
Die Existenz der KV-en hängt am Monopol für das ambulante Geschehen
und in Frankfurt wird ja nun mit dem Drama ASV offensichtlich, welche Interessen wo verfolgt werden, wobei die Psychotherapeuten noch mit "Honorargerechtigkeit" ein ganz besonderes Fass aufmachen. zum Beitrag »
[10.05.2015, 07:55:18]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Ich sprach von deshalb von der Endoskopie, Laparoskopie, Videochirurgie
weil diese schonende Technik eine Ausweitung der ambulaten Chirurgie anbietet.
Das wurde bisher besonders durch die fehlende Honorierung blockiert.
Die Kostenträger schneiden sich damit ins eigene Fleisch und machen "Medizin" damit vermeidbar teuer. zum Beitrag »
[09.05.2015, 22:25:00]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Da hat Herr Gassen zweifellos recht, ein Rückgang wäre ein Allarmzeichen.
In USA wird ca. 80 % ambulant operiert.
Hier spricht Bund und Länder mit unterschiedlichen Zungen.
Die Länder wollen ihre voll finanzierten Krankenhäuser hätscheln und pflegen.
Wer gibt den Praxisinhabern einen roten Cent für einen teuren Op Klasse 1?
Trotzdem werden die stationären Op´s z.B. Leistenhernien auch noch finanziell belohnt!!!
Zudem ist die Dinosaurier-GOÄ für Operationen eine wirkliche BESCHÄMENDE KATASTROPHE,
sie verbietet geradezu eine moderne nebenwirkungsarme endoskopische Operation.
In Polen werden schon mehr endoskopische Op´s gemacht als in Deutschland.
Eine Schande, die haben das von unseren Deutschen Pionieren gelernt. zum Beitrag »

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