Ärzte Zeitung, 11.05.2015

Zi-Erhebung

Betriebskosten fressen den Praxisgewinn

Im Unternehmen Arztpraxis steigen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Inflationsbereinigt ließ das 2011 die Gewinne stagnieren.

Von Christoph Winnat

Betriebskosten fressen den Praxisgewinn

Im Unternehmen Arztpraxis steigen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Infaltionsbereinigt ließ das 2011 die Gewinne stagnieren.

© Stefan Germer / Fotolia

BERLIN. Nachdem die KBV Anfang des Monats Zahlen zur vertragsärztlichen Honorarentwicklung aus 2013 veröffentlicht hat, legt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) jetzt mit Daten zur wirtschaftlichen Lage nach.

Demzufolge laufen die Kosten den Einnahmen zwar nicht unaufhaltsam davon, schwächen jedoch die Ertragskraft der Praxen deutlich. So konnten die Niedergelassenen 2011 im Schnitt ihre Einnahmen um vier Prozent erhöhen.

Die Betriebskosten stiegen aber doppelt so stark: Zwischen sieben und 8,4 Prozent verteuerte sich in der Berichtszeit 2009 bis 2011 das Unternehmen Arztpraxis. "Vor allem für Personal, Material und Labor sowie für Versicherungen und Beiträge mussten die Ärzte mehr Geld ausgeben", heißt es.

Dagegen seien die Aufwendungen für Gerätekauf und -leasing , Wartung und Fremdkapital zurückgegangen.

Weniger Investitionen

Der Kostenanstieg mache sich vor allem bei den Investitionen bemerkbar, die die Praxisinhaber "2011 gegenüber den Vorjahren merklich zurückgefahren" hätten. Die Ausgaben dafür sanken in der Berichtszeit um rund zehn Prozent.

Bei der laufenden Befragung stelle man wieder einen Anstieg der Investitionen für 2012 fest, so das Zi. Allerdings werde das Gesamtniveau von 2009 nicht übertroffen.

"Angesichts faktischer Nullrunden überrascht es nicht, dass die Investitionsschwäche in den Praxen anhält", ließ Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried verlauten. Der Honorarbericht 2013 belege gleichfalls, "dass sich die Wirtschaftslage bis heute nicht ausreichend verbessert" habe, heißt es.

145.100 Euro je Praxisinhaber

Vor Steuern blieben 2011 durchschnittlich 145.100 Euro je Praxisinhaber hängen. Inflationsbereinigt bedeute das lediglich 0,1 Prozent Zuwachs. Allerdings wird die Statistik von ertragstarken Fachgruppen verzerrt.

So erwirtschaften 25 Prozent der Niedergelassenen den Angaben zufolge einen Praxisgewinn unter 85.400 Euro. 50 Prozent kommen vor Steuern, Altersvorsorge und Sozialabgaben auf weniger als 127.600 Euro. Dagegen erzielte 2011 ein Viertel der Niedergelassenen mehr als 181.600 Euro Überschuss.

Das reine Arzteinkommen (Gewinn nach Steuern und Vorsorge aufwand) erreichte 2011 durchschnittlich 71.476 Euro. Dafür mussten Ärzte im Schnitt fast volle elf Monate lang wöchentlich 52 Stunden arbeiten.

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