Ärzte Zeitung, 10.07.2015

Nordrhein

Labor mindert teils das Honorar

Phoniater und Pädaudiologen verzeichneten in Nordrhein im vergangenen Jahr die höchsten Honorarzuwächse.

DÜSSELDORF. In der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) haben zwischen 2013 und 2014 fast alle Fachgruppen beim Honorar zugelegt. Bei den Facharztgruppen, die ein Minus hinnehmen mussten, spielte vor allem das Laborbudget eine Rolle.

Das berichtete der Vorsitzende des Hauptausschusses Dr. Frank Bergmann auf der KVNo-Vertreterversammlung in Düsseldorf.

Das Gesamthonorar in Nordrhein erhöhte sich von 2013 auf 2014 um knapp fünf Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Davon entfielen 2,6 Milliarden Euro auf die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (plus 5,2 Prozent) und 1,2 Milliarden Euro auf Einzelleistungen (plus 4,4 Prozent).

Insgesamt verzeichneten die niedergelassenen Fachärzte im vergangenen Jahr ein Honorarplus um 4,4 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Bei den Hausärzten gab es einen Zuwachs von 5,2 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro, die ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten legten um 5,5 Prozent auf 243 Millionen Euro zu.

Bei den Fachärzten entfielen 55 Millionen Euro der 81,7 Millionen Euro Honorarzuwachs auf die Einführung der Pauschale für fachärztliche Grundversorgung (PFG), erläuterte Bergmann. Hinzu kamen zusätzliche förderungswürdige Leistungen in Höhe von 5,7 Millionen Euro sowie die Mengenentwicklung in Kombination mit der Anhebung des Orientierungspunktwertes.

Die stärkste Steigerung erzielten bei den Fachärzten die Phoniater und Pädaudiologen mit plus 35,4 Prozent auf 2,1 Millionen Euro. Stark zulegen konnten auch die Neurologen (+15,2 Prozent auf rund 17 Millionen Euro), die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen (+12,7 Prozent auf 10,0 Millionen Euro) und die Laborärzte (+12,6 Prozent auf 125,3 Millionen Euro).

"Seit Einführung des Laborbudgets verlagert sich das Speziallabor stark zu den Laboratoriumsmedizinern", erläuterte Bergmann. Andere Facharztgruppen bekamen die Kehrseite der Medaille zu spüren.

Bei den Endokrinologen, deren Honorar um runde elf Prozent auf 6,6 Millionen Euro sank, den Pneumologen (-4,4 Prozent auf 41,9 Millionen Euro) und den Nuklearmedizinern (-1,8 Prozent auf 39,3 Millionen Euro) waren die Honorarverluste jeweils auf die Einführung der Laborbudgets zurückzuführen.

Im hausärztlichen Versorgungsbereich legten die Allgemeinmediziner und Internisten um rund fünf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu, die Kinder- und Jugendmediziner überdurchschnittlich um 6,3 Prozent auf 164 Millionen Euro.

Neben den Ergebnissen der Honorarverhandlungen kam nach Angaben von Bergmann auch der Wegfall der Rückstellungen bei der Honorarentwicklung zum Tragen. Die freigewordenen Gelder flössen direkt in das Regelleistungsvolumen.

Bei den Psychotherapeuten war der Großteil der Honorarsteigerung von 13,4 Millionen Euro auf die Mengenentwicklung zurückzuführen. Sie machte rund zehn Millionen Euro aus. Die PFG brachte ein Plus von drei Millionen Euro. (iss)

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