Ärzte Zeitung online, 10.07.2015

Facharzt-EBM

KBV-VV gegen gestückelte EBM-Reform

Weil sie "ungewollte" Honorarverwerfungen befürchtet, hat die Vertreterversammlung der KBV die stufenweise Weiterentwicklung des Facharzt-EBM nun abgelehnt.

BERLIN. Eigentlich soll der neue Facharzt-EBM zum 1. Januar 2016 eingeführt werden. Darauf hatten sich GKV-Spitzenverband und KBV verständigt. Allerdings hatten die Kassen vorgeschlagen, einzelne Aspekte der EBM-Reform stufenweise umzusetzen.

Das hat die Vertreterversammlung (VV) der KBV nun abgelehnt. Sie fordert eine Reform in einem Zug, selbst wenn die Umsetzung dann erst 2017 erfolgen kann.

Gleichzeitig hat sie den KBV-Vorstand in ihrer jüngsten Sitzung jedoch aufgefordert, die Arbeit am Facharzt-EBM "in der Verwaltung entschlossen voranzutreiben".

Hauptgrund für das Nein zur stufenweisen Anpassung der Facharztkapitel im EBM ist die Sorge, dass die Auswirkungen der Änderungen dann nicht sachgerecht ermittelt werden können und somit "ungewollte Honorarverwerfungen" drohen.

Denn so lasse sich nicht absehen, wie die einzelnen Maßnahmen im Ganzen auf das zu verteilende Honorarvolumen wirken. Das betreffe nicht nur strukturelle Änderungen einzelner Kapitel, sondern auch die Anpassung für ärztliche und technische Leistungen.

Die spätere Einführung des neuen Facharzt-EBM ist laut VV da "das kleinere Übel".

Ausgenommen davon seien punktuelle Anpassungen des EBM wie die Neubewertung psychotherapeutischer Leistungen oder die Anerkennung neuer Methoden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, heißt es im Beschluss der Vertreterversammlung.

Diese können laut VV auch außerhalb der Reform vorgenommen werden.

Auch KBV-Chef Dr. Andreas Gassen warnte vor einem Schnellschuss bei der Reform, dafür sei die Aufgabe zu groß und wichtig: "Wir brauchen mehr Zeit, um die EBM-Reform sauber durchzuführen.

"Wie die KBV berichtet ist die Überarbeitung des Facharzt-EBM derzeit in vollem Gange. In einem ersten Schritt seien die Berufsverbände und KVen aufgefordert, Anpassungsvorschläge einzureichen.

"Viele Vorschläge liegen bereits auf dem Tisch", heißt es in einer Mitteilung der KBV. Sie sollen auch in das Reformpaket einfließen. (reh)

[13.07.2015, 10:29:34]
Dr. Wolfgang Bensch 
Notfalldienstreformen wurden regional gemacht
und haben dazu geführt, dass dienstverpflichtete Kassenärzte die eigenen Dienste zusätzlich finanziell mit der Notdienstabgabe "stützen" bzw. der Dienst betriebswirtschaftlich gesehen ein Unding ist, was sich nur dadurch erklärt, dass KV-en den Sicherstellungsauftrag um "jeden Preis" behalten wollen.
Warum sagte die KBV dazu nichts?
Was ist bei Schüssen - schnell oder gemächlich - am Herbert-Lewin in BERLIN zu erwarten?
Hornberg lässt grüssen ... zum Beitrag »

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