Ärzte Zeitung, 03.12.2015

Neue GOÄ

Krankenhäuser wollen Mitsprache

Bei der Weiterentwicklung der GOÄ möchte die Deutsche Krankenhausgesellschaft mitmischen. Kommt nicht infrage, meint der NAV-Virchow-Bund.

BERLIN. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat davor gewarnt, dass die GOÄ-Reform in Verbandsstreitigkeiten untergeht.

Die GOÄ habe in den Krankenhäusern mit einer finanziellen Größenordnung von circa drei Milliarden Euro für erbrachte private ambulante und stationäre Leistungen eine große wirtschaftliche Bedeutung.

"Mit der Installierung einer gemeinsamen Kommission zur Weiterentwicklung und Pflege der GOÄ, die nunmehr gesetzlich verankert werden soll, kann hier eine langfristige tragfähige Selbstverwaltungsstruktur geschaffen werden", so DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum in einer Mitteilung.

In dieser Kommission "muss den Krankenhäusern Sitz und Stimme gegeben werden", so Baum. Die Bundesärztekammer, "deren Aufgaben primär berufsrechtliche Aspekte sind", könne nicht das alleinige Mandat haben, über originäre Vergütungsaspekte der Krankenhäuser Regelungen zu treffen.

NAV-Virchow-Bund dagegen

Der NAV-Virchow-Bund hat die "Einmischung der Kliniken" direkt zurückgewiesen. Die GOÄ sei eine rein ärztliche Gebührenordnung.

Das Drängen der DKG unterstreiche noch einmal die Bedeutung des außerordentlichen Ärztetages, bei dem klargestellt werden müsse, dass es sich bei der GOÄ um ein zentrales Element eines freien Berufes handelt "und von diesem eigenständig und selbstbestimmt mit dem Bundesgesundheitsministerium als Verordnungsgeber zu verhandeln ist", sagte Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV.

Die Krankenhausgesellschaft mache sich "zum Steigbügelhalter einer Einheitsgebührenordnung". (ger)

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