Ärzte Zeitung, 22.12.2015

Honorar

Neue EBM-Leistungen steigern extrabudgetäre Einnahmen

13 neue Leistungssegmente sind von 2009 bis 2013 in den ambulanten GKV-Leistungskatalog aufgenommen worden, vom Umgang mit MRSA bis zur spezialisierten HIV-Versorgung. Hunderttausende Patienten haben bereits profitiert, der Anteil am Honorar ist aber noch gering.

Von Hauke Gerlof

Neue EBM-Leistungen steigern extrabudgetäre Einnahmen

Leistungen zur Diamorphinsubstitution kosten 8483 Euro je Patient und Jahr.

© Pixelot / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Neue, extrabudgetäre Leistungen, die in den GKV-Leistungskatalog für Vertragsärzte aufgenommen werden, spielen vom Honorarvolumen her keine große Rolle. Sie bringen aber für die Versorgung der Patienten wichtige Fortschritte.

Diese Bilanz zieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihrem Honorarbericht, der auch eine Aufstellung der Entwicklung neuer Leistungen enthält, die von 2009 bis 2013 eingeführt worden sind.

Unter anderem sind in dieser Zeit die Leistungen zur MRSA-Diagnostik und -Eradikation (EBM-Abschnitt 30.12), ärztlich angeordnete Hilfeleistungen, die Verordnung der speziellen ambulanten Palliativversorgung (SAPV), das Neugeborenen-Hörscreening, der Varicella-Zoster-Virus-Antikörper-Nachweis, Leistungen der Diamorphinsubstitution, Prüfung auf Gestationsdiabetes sowie Leistungen der spezialisierten Versorgung HIV-infizierter Patienten eingeführt worden.

Blick abseits der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung

Anlass waren entweder Vorgaben des Gesetzgebers, Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses oder des Bewertungsausschusses von Ärzten und Krankenkassen. Betrachtet werden nur die Leistungen, für die die gesetzlichen Krankenkassen zusätzliches Geld außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bereitgestellt haben.

Auf neue Leistungen, die aus der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) bezahlt werden, wird in der Untersuchung nicht Bezug genommen. Hierzu dürften auch hausärztliche Leistungen zählen, die mit dem neuen EBM im vierten Quartal 2013 eingeführt worden sind.

Ende 2013 machten die neuen Leistungen insgesamt einen Anteil von 0,16 Prozent am Gesamt-Leistungsbedarf der Versicherten aus. "Trotz des relativ geringen Anteils tragen neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren erheblich zur Verbesserung der Patientenversorgung bei", stellte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen heraus. Die extrabudgetäre Vergütung sei zudem ein "Schritt in die richtige Richtung".

Screening auf Gestationsdiabets gefragt

Die am stärksten nachgefragte Leistung war das im zweiten Halbjahr 2013 aufgenommene Screening auf Gestationsdiabets, das schon 2013 von 11.584 Ärzten abgerechnet wurde und von dem fast 250.000 Patientinnen profitierten.

Die Anzahl der SAPV-Verordnungen hat sich seit 2009 kontinuierlich nach oben entwickelt - parallel zu den eingerichteten SAPV-Teams, die zum Zeitpunkt der Einführung noch nicht überall am Start waren.

2009 erhielten rund 8000 Patienten eine SAPV-Verordnung, 2013 waren es gut 42.000 Patienten. 13.750 Ärzte haben 2013 SAPV verordnet. Von der spezialisierten HIV-Versorgung profitierten 43.000 Patienten. 291 Ärzte erbrachten diese Leistung im Jahr 2013.

Besonders kostenintensiv sind die Leistungen zur Diamorphinsubstitution mit 8483 Euro je Patient und Jahr. Nur zwölf Ärzte haben diese Leistung erbracht, je Arzt entstanden fast 416.000 Euro Kosten pro Jahr.

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