Ärzte Zeitung, 21.03.2016

Kommentar zur GOÄ-Notbremse

Scherbenhaufen

Von Hauke Gerlof

Auch wenn der Präsident der Landesärztekammer Nordrhein Rudolf Henke nur von einem Zwischenstopp auf dem Weg zu einer neuen GOÄ spricht: Nach dem Rücktritt des GOÄ-Verhandlungsführers Dr. Theodor Windhorst von seinen GOÄ-Ämtern muss in der Bundesärztekammer zunächst einiges an Scherben zusammengekehrt werden, bevor an eine Weiterarbeit zu denken ist.

Er wolle "der Forderung nicht im Wege stehen, die GOÄneu zur Chefsache zu machen", äußerte sich Windhorst in seinem Rücktrittsschreiben. Damit ist jetzt BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery gefragt, der die neue GOÄ bereits im September 2014 zur Chefsache erklärt hat.

Offensichtlich hat die BÄK-Spitze und hat auch Montgomery unterschätzt, wie schwer die riesigen Erwartungen der ärztlichen Basis an eine neue Gebührenordnung zusammenzubringen sind mit den Vorgaben der unter Kostendruck stehenden privaten Krankenversicherungen und der klammen Länderfinanzminister.

So zog sich das Vorhaben immer weiter in die Länge - und bis jetzt der Scherbenhaufen zusammengekehrt ist und die Ärzte personell in dieser Frage neu aufgestellt sind, hat der Bundestagswahlkampf längst begonnen. Nein, der GOÄ-Zug ist vorerst abgefahren.

Lesen Sie dazu auch:
GOÄ-Reform: Chefverhandler wirft das Handtuch
GOÄ-Notbremse: Die Mängelliste war zu lang
GOÄ-Novelle: Verbände und KV kritisieren BÄK-Vorgehen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »