Ärzte Zeitung, 19.08.2016

Prävention

Anteil am Honorar geht zurück

Knapp sechs Prozent des vertragsärztlichen Honorars stammen aus der Abrechnung von Präventionsleistungen. Die Tendenz ist eher fallend. Wachstum gibt es vor allem beim Mutterschutz und der Gesundheitsuntersuchung.

Von Hauke Gerlof

Anteil am Honorar geht zurück

Der Honorarbericht der KBV zeigt ein überproportionales Wachstum bei der Gesundheitsuntersuchung.

© M. Schuppich / fotolia.com

BERLIN. Prävention ist in der vertragsärztlichen Abrechnung - außer bei wenigen Leistungen - bisher kein Wachstumsthema. Das zeigt das Sonderthema Prävention im Honorarbericht 2014 der KBV.

Zwar ist der Umfang der Präventionsleistungen von 2009 bis 2014 von 1,92 Milliarden Euro auf 2,08 Milliarden Euro gestiegen (plus 8,3 Prozent), aber der Anteil am gesamten Leistungsbedarf ist im selben Zeitraum von 5,9 auf 5,7 Prozent leicht zurückgegangen.

Das heißt, das Gesamthonorar der Vertragsärzte ist schneller gewachsen als das Honorar für Präventionsleistungen.

Die KBV führt das darauf zurück, dass die allgemeine Morbiditätsentwicklung und die Neuaufnahme von Leistungen in die vertragsärztliche Versorgung das Gesamthonorar treiben, während der Anstieg bei den Präventionsleistungen vor allem auf die Erhöhung des Orientierungswertes zurückgehe.

Doch Fakt ist, dass bei vielen Präventionsleistungen das Potenzial noch nicht ausgeschöpft wird: So zeigen ältere Untersuchungen, dass nur gut 20 Prozent der Anspruchsberechtigten beispielsweise den Check-up 35 (Gesundheitsuntersuchung) nutzen.

Ärzte bieten Leistung offenbar verstärkt an

Aus dem Honorarbericht geht immerhin hervor, dass Vertragsärzte diese extrabudgetär vergütete Screeningleistung (nach EBM-Nr. 01732, 302 Punkte) offenbar verstärkt anbieten.

Denn der Leistungsbedarf für die Gesundheitsuntersuchung ist von 2009 bis 2014 von 362,3 auf 417,7 Millionen Euro gestiegen (plus 15 Prozent). Die Zahl der Behandlungsfälle wuchs von 10,7 auf 14,5 Millionen.

Nur bei der Mutterschaftsvorsorge hat es aufgrund der zusätzlichen Aufnahme von Leistungen (Screening auf Gestationsdiabetes) ein noch stärkeres Wachstum gegeben (plus 16,1 Prozent).

Unter den Fachgruppen ist der Honoraranteil der Präventionsleistungen am Gesamthonorar bei den Gynäkologen mit 42,2 Prozent erwartbar am höchsten. Auch bei Radiologen (12,7 Prozent), Kinderärzten (10,7 Prozent) und Hautärzten (10,1 Prozent) ist dieser Anteil überproportional.

Hausärzte leicht unter Durchschnitt

Hausärzte liegen mit 4,3 Prozent Präventionsanteil leicht unter dem Durchschnitt. Der Anteil der Vertragsärzte, die Präventionsleistungen erbringen, ist mit zuletzt 51 Prozent insgesamt leicht fallend (2009: 53 Prozent aller Vertragsärzte), bei Hausärzten mit 97 Prozent aber stabil.

Anders als beim Honoraranteil der Präventionsleistungen ist der Anteil der Patienten, bei denen Präventionsleistungen erbracht worden sind, im Untersuchungszeitraum von 2009 bis 2014 von 38,3 auf 41 Prozent gestiegen.

Die Inanspruchnahme ist regional allerdings sehr unterschiedlich, wobei die Gründe dafür nicht erklärt werden: In Sachsen erbringen Ärzte bei 47,3 Prozent ihrer Patienten auch Präventionsleistungen - bundesweit der Spitzenwert. Rheinland-Pfalz liegt hier ganz hinten - mit 35,2 Prozent aller behandelten Patienten.

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