Ärzte Zeitung, 20.10.2011

Frankfurt: Forscher werten translationale Medizin auf

FRANKFURT/MAIN (maw). Die hessische Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlichökonomischer Exzellenz (LOEWE) forciert die Förderung des Schwerpunkts "Anwendungsorientierte Arzneimittelforschung" an der Goethe-Universität Frankfurt. Damit verbunden ist nach eigenen Angaben die Gründung einer Fraunhofer-Projektgruppe zum Thema "Translationale Medizin und Pharmakologie" unter der Leitung von Professor Gerd Geisslinger.

Der neue LOEWE-Schwerpunkt verfolge die Zielsetzung, die an der Uni auf den Gebieten Wirkstoffforschung, präklinische und klinische Modellentwicklung und klinische Forschung vorhandene Expertise zusammenzuführen und weiterzuentwickeln.

Die Fraunhofer-Projektgruppe, die in Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) außer in Frankfurt auch in Aachen aufgebaut werde, solle "die gemeinsamen Bemühungen von Wirtschaft und Wissenschaft zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Arzneimittelforschung in Deutschland koordinieren, um die Entwicklungskosten von Arzneimitteln unter marktwirtschaftlichen Kriterien zu senken", heißt es in einer Mitteilung.

LOEWE-Zentrum soll später eigenständiges Fraunhofer-Institut werden

Es sei geplant, den LOEWE-Schwerpunkt nach drei Jahren zunächst zu einem LOEWE-Zentrum auszubauen und dieses später in ein eigenständiges Fraunhofer-Institut aufgehen zu lassen.

Da der demografische Wandel den Bedarf an bezahlbaren innovativen Arzneimitteln in Deutschland steigern werde, werde sich die Fraunhofer-Projektgruppe laut LOEWE auf folgende Themenschwerpunkte konzentrieren: Translationale Arzneimittelforschung, Entwicklung pharmakologischer Modelle zur Vorhersagbarkeit von Sicherheit und Wirksamkeit, Epigenetik, Biomarker und klinische Forschung zum direkten Nutzen für Unternehmen und zum Vorteil der Gesellschaft.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »