Ärzte Zeitung, 11.12.2015

Mecklenburg-Vorpommern

Mit Gesundheit dick im Geschäft

Der "ökonomische Fußabdruck" der Gesundheitswirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern ausgeprägt. Mehr als ein Viertel des Bruttoinlandprodukts steht inzwischen mit der Gesundheitswirtschaft in Verbindung.

ROSTOCK. Das Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR hat im Auftrag der Initiative BioCon Valley Kennzahlen erhoben, die einen bundesweiten Vergleich der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Gesundheitswirtschaft ermöglichen.

Demnach sind "Status quo, die Entwicklung als auch die Aussichten der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern für die gesamtwirtschaftliche Situation von herausragender Bedeutung", heißt es in der kürzlich vorgestellten Studie.

Sie bestätigt bisherige Annahmen über die Bedeutung der Branche zumindest im Nordosten der Republik.

So wurde vergangenes Jahr schon jeder siebte Euro in Mecklenburg-Vorpommern in der Gesundheitsbranche erwirtschaftet. Mit rund 5,1 Milliarden Euro entfielen 2014 rund 14,6 Prozent der Bruttowertschöpfung auf Healthcare-Produkte und -dienstleistungen.

Das sind 1,7 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2000. Damals betrug der Branchenanteil am BIP in dem Bundesland noch 12,4 Prozent. Neben den direkten Effekten induziert die Gesundheitswirtschaft weitere Wertschöpfung in nahezu gleicher Höhe (5,0 Milliarden Euro) in anderen Branchen.

Damit stehen rund zehn Milliarden und über 25 Prozent des landesweiten BIP mit der Gesundheitswirtschaft in Verbindung.

Der Mittelstand macht`s

Fast jeder fünfte Arbeitsplatz in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in der Gesundheitswirtschaft. 2014 waren dort rund 136.600 Beschäftigte tätig, das entspricht einem Anteil von 18,7 Prozent.

In den vergangenen Jahren ist dieser Anteil jährlich um 0,6 Prozent gestiegen. Weitere 100.000 Arbeitsplätze hängen mittelbar von der Branche ab. Damit ist jeder dritte Arbeitsplatz im Land mit der Gesundheitswirtschaft liiert.

Zunehmend Bedeutung gewinnt der Außenhandel. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Exportanteil der Gesundheitswirtschaft mit fast 100 Millionen Euro derzeit zwar nur 1,4 Prozent. Seit 2008 konnte das Volumen aber stark gesteigert werden. Weitere Studien-Ergebnisse:

Die Medizintechnik ist ein Wachstumstreiber der Gesundheitswirtschaft, sie wuchs in den vergangenen Jahren fast vier Mal so stark wie die gesamte Branche.

Der Gesundheitstourismus ist in Mecklenburg-Vorpommern wichtiger als in anderen Regionen. Sein Anteil an der Wertschöpfung ist mit vier Prozent rund doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Der Mittelstand ist Branchenpfeiler. Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern stellen 78 Prozent der Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft und erzielen 69 Prozent der Bruttowertschöpfung.2017 soll der nächste ökonomische Fußabdruck für den Nordosten erstellt werden. (di)

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